Menschen, die wir gut kennen, geben wir lieber etwas ab, als Menschen, die uns fremd sind. Forscher glauben, dass das daran liegt, dass wird bei unseren Freunden glauben, dass sie uns auch bevorzugt behandeln.

Teilen wir lieber mit Menschen, die uns nahe sind, oder mit Menschen, die nicht viel haben? Diese Frage haben Psychologen der Ludwigs-Maximilians-Universtität München untersucht. Sie haben sich das Verhalten von Vorschulkinder angeschaut und getestet, mit wem sie lieber ihre Sticker teilen. Das Ergebnis überrascht wenig: Die Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren gaben die Sticker lieber ihren Freunden, als Kindern, die sich nicht so gerne mögen.

"Auch der arme Fremde hatte keine Schnitte gegen den reichen Kumpel."
DRadio-Wissen-Reporterin Kerstin Ruskowski übers Teilen

Die Forscher variierten die Bedingungen etwas. In einem anderen Durchgang ging es für die Kinder darum, abzuwägen, ob sie die Sticker lieber ihrem reichen Freund oder einem armen Fremden geben. Auch hier profitierten die Freunde mehr, obwohl die armen Fremden wenigstens ein paar Sticker abbekamen.

Was den Forschern auffiel: Je älter die Kinder waren, desto deutlicher wurde der Freund bevorzugt. Die Psychologen schließen daraus, dass uns das Verhältnis zu unseren Freunden wichtiger ist als dass wir uns fair und gerecht verhalten. Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass es in dem Experiment nur um Sticker ging.

Mitgefühl gilt auch Fremden

In anderen Studien, in denen der Schwerpunkt auf dem Mitgefühl lag, sehen die Ergebnisse anders aus. In einem nächsten Schritt soll jetzt noch untersucht werden, ob die Kinder sich auch so entscheiden, wenn es nicht um Sticker geht, sondern um was zu Essen und zu Trinken.