Das Netzwerk Indymedia hat die Daten von Parteimitgliedern der AfD veröffentlicht: Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten. Manche jubeln, andere sehen darin die Methoden rechter Kräfte.

Das Netzwerk Indymedia ist ein internationales Netzwerk von Aktivisten aus dem linken politischen Lager. In Deutschland stehen viele Posts in Verbindung mit der Antifa. Die Seite wird vom Verfassungsschutz beobachtet und vom Innenministerium als linksextremistisch eingeschätzt.

Teilnehmerlisten von AfD-Parteitagen geleakt

Veröffentlicht wurden zwei Listen auf "Linksunten.Indymedia". Es sind Teilnehmerlisten der Parteitage 2015 und 2016. Die eine enthält die Daten von 3000 AfD-Mitgliedern, die 2015 in Bremen dabei waren. Es handelt sich um Adressen, E-Mail-Adressen und Mitgliedsnummern. Auf der zweiten Anmeldeliste stehen 2000 Personen, die am 30. April bis 1. Mai 2016 beim Parteitag in Stuttgart dabei waren. Von ihnen sind zusätzlich auch Telefonnummern und Geburtsdaten öffentlich.

Wie Indymedia an die Listen gelangen konnte, ist noch unklar. Entweder die AfD hat einen Maulwurf, der die Informationen weitergegeben hat. Oder es war ein Angriff durch Hacker. Indymedia rühmt sich immer wieder damit, Webseiten mit rechten Inhalten gehackt zu haben.

Viele der jetzt geleakten Daten gehören Funktionären der AfD, die bereits mit ihren Daten im Netz zu finden sind. Hinzu kommen andere Personen, die bislang öffentlich unbekannt waren. Anhand der geleakten Daten lassen sich im Netz weitere Informationen zu ihnen recherchieren, wie Arbeitgeber, Universität und so weiter.

AfD will strafrechtlich gegen die Aktion vorgehen

Ob es Indymedia vor allem um eine Art Netzpranger geht, ist unklar. Anhand der Daten lassen sich mögliche Querverbindungen zwischen AfD und der rechtsextremen Szene finden. Auch rechte Gruppen veröffentlichen immer wieder Daten von Journalisten oder auch Politikern, die sich kritisch äußern. Die Angaben können als Einladung für sogenannte Hausbesuche dienen. Aber auch zum Umfeld von Indymedia gehören gewaltbereite Personen, die die aktuellen Daten nutzen könnten, um AfD-Mitglieder zu bedrohen.

Auf Indymedia selbst wird über die Veröffentlichung der Listen heftig diskutiert. Manche Nutzer bejubeln den Datenleak und bedanken sich für die Arbeit. Andere kritisieren die Aktion. Sie fragen sich, was durch die Veröffentlichung gewonnen sei. Außerdem seien das Methoden der Rechten. Die AfD reagierte verärgert: Sie will strafrechtlich gegen die Veröffentlichung vorgehen.