Neben Whatsapp, Thereema und Signal hat sich Telegram längst als reichweitenstarke App etabliert. Noch in diesem Monat soll eine Bezahlversion auf den Markt kommen. Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andi Noll erklärt, was das für Nutzer*innen bedeutet.

"Für immer kostenlos!" – so lautete das Versprechen von Telegram-Gründer Pavel Durov für seinen Messenger-Dienst. Inzwischen hat die App mehr als 600 Millionen Nutzende. Doch knapp neun Jahre nach der Gründung im Sommer 2013 wird Durov genau dieses Versprechen brechen und eine Bezahlversion auf den Markt bringen. Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andi Noll erklärt, was das für Nutzer*innen bedeutet.

Was über das Telegram-Abo bekannt ist

  • Mehr Funktionen:
    Gegen ein Entgelt soll man den Messenger mit erweiterten Funktionen nutzen können. "Wie der Telegram-Chef auf seinem eigenen Telegram-Kanal schreibt, sei das eine Reaktion auf die Nachfrage bei den Kunden", sagt Andi Noll. "Denn die hätten zusätzlichen Speicherplatz und mehr Bandbreite gefordert. Und genau das liefere man nun mit der Premium-Version für den Messenger-Dienst.

    Die soll schneller downloaden, größere Dateianhänge verarbeiten und vielleicht sogar Sprache in Text umwandeln können, sagt Andi Noll. Außerdem gibt es Gerüchte um neue Premium-Sticker.
"Premium-Sticker – also besondere animierte Grafiken – sind auch heiße Kandidaten als Bestandteil des Abos."
Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andi Noll
  • Werbefreiheit:
    Zwar soll das Abo-Modell bereits im Juli an den Start gehen, aber bislang gibt es noch keine offiziellen Informationen zum Preis. Gerüchte besagen, dass diese neue Telegram-Version 4,99 US-Dollar im Monat kosten wird. Nutzer*innen bekommen dafür dann eine werbefreie Version.
  • Kein Zwang zum Abo-Modell:
    Telegram-Nutzer*innen müssen kein Abo abschließen. "Angeblich bleiben alle bisherigen Funktionen weiter frei nutzbar", sagt Andi Noll. "Wer weiter die Free-Version verwendet, dem sollen keine Nachteile zur aktuellen Situation entstehen."

Für Pavel Durov ist das Premium-Abo ein wichtiger Schritt, um den Dienst auf eine bessere wirtschaftliche Grundlage zu stellen. "Ein anderer dürften Werbebotschaften sein, die in Zukunft immer häufiger den Weg in den Messenger finden sollen", sagt Andi Noll. "Vor allem große Telegram-Gruppen sind prädestiniert dafür."

Zwar ist die App im deutschsprachigen Raum werbefrei, doch die Macher experimentieren seit einigen Monaten auf anderen Märkten wie beispielsweise Russland, mit sogenannten gesponserten Nachrichten.

"Damit lassen sich für Geld Botschaften in öffentlichen Kanälen platzieren", sagt Andi Noll. "Das betrifft zwar nicht den Privat-Chat, aber die Telegram-Gruppen sind auch beliebt bei den Nutzenden. Perspektivisch werden dann die Telegram-Nutzenden auch in Deutschland vor der Frage stehen: Abo oder Werbung?"