Matthias Wirth baut Teleskope. Inzwischen auch beruflich. Angefangen hat aber alles mit kleinen, selbst gebastelten Pappfernrohren.

Wer sich als Hobbyastronom die Sterne etwas genauer ansehen möchte, muss nicht unbedingt gleich ein teures Teleskop kaufen. Denn mit ein paar einfachen Utensilien, lässt sich ein Fernrohr auch schon ziemlich kostengünstig selber bauen - und das sogar ohne große Bastelbegabung!

Teleskopbausatz:

  1. Geschenkpapier-Papprolle oder Plastikrohr
  2. Brillenglas vom Optiker
  3. Okular aus einem ausgemusterten Mikroskop

So wird gebastelt:

Zunächst mal muss man die Brennweite des Objektivs bestimmen, denn davon hängt ab, wie lang das Rohr sein muss, damit man überhaupt ein scharfes Bild bekommt. Kann man sogar tagsüber testen, indem man die Linse zwischen Daumen und Zeigefinger hält und dann in die Sonne. Dann versucht man ein möglichst scharfes, kleines Bild der Sonne zu erzeugen - zum Beispiel einen Lichtfleck auf einem Blatt Papier. Der Abstand zwischen Linse und diesem Blatt Papier ist dann die Brennweite.

Leichter wird’s, wenn man die Dioptrienzahl der Linse weiß. Eine Dioptrie entspricht dabei einem Meter. Die Linse kommt dann auf die eine Seite der dunklen Röhre - das Okular auf die andere Seite. Was man jetzt noch benötigt ist ein Stativ. Denn die Vergrößerung holt nicht nur optisch entfernte Planeten näher an unser Auge. Sie vergrößert auch kleinste Bewegungen so gigantischem Schwanken.

Bis zu 40-fach vergrößert

Dieser kleine Do-it-yourself-Bausatz schafft bereits eine bis zu 40-fache Vergrößerung. Wer lieber ein bisschen mehr Geld investiert, der bekommt bei der örtlichen Sternwarte auch schon günstig einen kleinen Bausatz für ein Kinderteleskop. Damit kann man bei guten Bedingungen auch schon die Ringe des Saturn sehen. Um Feinheiten wahrnehmen zu können, braucht man aber dann doch etwas Übung.

"Es ist eine große Übungssache. Das sehen von den subtilen, feinen Details muss geübt und trainiert werden."
Matthias Wirth