Wir haben den Blick für die großen Fragen verloren, sagt Teresa Bücker. Und möchte das ändern. Die Feministin will mehr über die wirklich wichtigen Dinge im Leben sprechen.

"Es gibt die Sehnsucht, sich auf einer persönlichen und differenzierten Ebene auszutauschen", sagt die Feministin und Journalistin Teresa Bücker. Seit ein paar Wochen kümmert sie sich in ihrer Kolumne 'Freie Radikale' im Magazin der Süddeutsche Zeitung um die großen Ideen: Es geht um Verzicht, die Abschaffung der Ehe, Ehrlichkeit oder den Wunsch, keine Karriere zu machen.

"Wir müssen verändern, wie wir leben."
Teresa Bücker, Journalistin und Feministin

Dabei erzählt Teresa Bücker häufig aus dem eigenen Leben, öffnet sich – und zeigt sich so verletzbar. "Zum Glück habe ich ein dickes Fell", sagt sie. So kann sie Hate Speech aus dem Netz emotional einigermaßen gut auf Distanz halten.

"Eine Feministin muss sich nicht mit allen Themen beschäftigen."
Teresa Bücker, Journalistin und Feministin

Bis Juni 2019 war Teresa Bücker Chefredakteurin der feministischen Online-Plattform Edition f. "Ich wusste immer, was überall los ist. Ich konnte aber in kein Thema so tief reingehen, wie ich das wollte", sagt sie. Nun ist mehr Zeit zum Nachdenken, Lesen und Austauschen.

Stress nicht als Normalität akzeptieren

Ein Thema, das Teresa Bücker zur Zeit umtreibt, ist die Art und Weise, wie wir mit Zeit umgehen: "Stress ist als normal akzeptiert. Das ist nicht gesund, auch gesellschaftlich nicht."

In Eine Stunde Talk erzählt Teresa Bücker, warum sie mittwochs abends gerne Parties veranstalten würde, wie das Leben einer Patchwork-Familie funktioniert und warum Deutschland nicht so modern ist, wie es sich selbst gerne sieht.