Wer einen Termin beim Facharzt braucht, muss manchmal ein paar Monate warten. Ein geplantes Gesetz soll das Problem lösen. Aber selbst auf diese Termingarantie müssen wir noch eine ganze Weile warten. Mindestens bis Mitte des Jahres.

Die Bundesregierung plant also eine Termingarantie beim Arzt: Länger als vier Wochen soll dann niemand auf seinen Termin warten müssen. Ursprünglich war das schon für jetzt angekündigt, nun soll das Gesetz im Juni kommen. Und Ende des Jahres soll es dann Termin-Servicestellen von der Kassenärztlichen Vereinigung geben: Da ruft ihr an und die Mitarbeiter haben eine Woche Zeit, um euch einen Termin zu finden.

Besser irgendein Termin als gar keiner

"Grundsätzlich ist das Patienten-freundlich gedacht", sagt DRadio-Wissen-Reporter Stefan Maas, aber es gebe Einschränkungen. Zum Beispiel:

  • Es gibt keinen Anspruch auf Wunschtermin oder Wunscharzt
  • Wenn sich kein Facharzt findet, werdet ihr ans Krankenhaus überwiesen
  • Es kann sein, dass ihr irgendwohin überwiesen werdet - irgendwo in "zumutbarer Nähe"

Einen absoluten Anspruch habt ihr aber auch dann noch nicht: Auf gefühlt ewige Wartezeiten müsst ihr euch wie gehabt einstellen, wenn keine Gefahr besteht, dass sich euer Gesundheitszustand ohne Behandlung verschlechtert. Oder dass die Wartezeit die Chancen auf eine gute Behandlung versauen.

"Ärzte beschweren sich über die Termingarantie: Das sei Planwirtschaft, die freie Arztwahl werde eingeschränkt, es gebe zu wenige Fachärzte, um das umzusetzen."
DRadio-Wissen-Reporter Stefan Maas über die Termingarantie beim Arzt

Die meisten Ärzte kritisieren den Plan: Den Arztbesuch bezahlt normalerweise die Krankenkasse. Wenn die Untersuchung aber im Krankenhaus gemacht werden muss, weil es sonst keinen Termin innerhalb der vier Wochen gegeben hat, dann wird das den niedergelassenen Ärzten in Rechnung gestellt. Das ist sozusagen ein Ansporn, ihre Terminplanung hinzubekommen. Sie sagen allerdings, dass sie zu wenige Fachärzte seien - und wenn ein Patient vorgezogen wird, um in der Frist zu bleiben, müsse ein anderer Patient dafür länger warten.

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