Termiten bilden nicht nur Staaten und erbauen riesige Hügel. Sie legen dort auch unterirdische Pilzgärten an. Die Termitenpilze können gigantische Ausmaße annehmen.

Termiten als Farmer - dieses Modell gibt es unter anderem im südlichen Afrika. Die dort vorkommende Termitenfamilie Macrotermitinae ist auf Pilzgärten spezialisiert.

Unter ihren bis zu acht Meter hohen Hügeln züchten die Termiten die Pilzgattung Termitomyces - kurz Termitenpilze, die ihnen als Nahrung dienen. Sofern der Mensch ihnen die Pilze nicht wegschnappt. Diese bohren sich zur Hauptregenzeit im Januar durch die steinharte Hülle des Termitenhügels an die Oberfläche. Dort bilden sie einen faustgroße Fruchtkörper, aus denen sich nach wenigen Stunden ein leuchtend weißer Schirm entfaltet.

Dieser Schirm wird in der Regel so groß wie ein Suppenteller, erklärt Tierexperte Mario Ludwig. In Namibia wurde ein Termitenpilz mit einen Durchmesser von 78 Zentimetern gefunden. In Westafrika erreichen die Schirmdurchmesser der Pilze sogar mehr als einen Meter.

Die Termiten düngen ihren Pilzgarten mit einem nahrhaften Pilzkompost. Diesen stellen die Termiten aus Holz- und Pflanzenmaterialien her, die sie mit ihren Mundwerkzeugen zerkleinern. Diese Art Sägemehl schichten die Termiten im Randbereich der Termitenbauten zu größeren Ballen auf. Den Job erledigen ältere Termiten. Die Jüngeren kommen dann, holen die Pflanzenknödel ab und verzehren sie. Durch den Verdauungsvorgang entsteht ein reichhaltiger Kot, der als Kompost ausgebracht wird. Auf diesem Kompost gedeihen die Termitomyces hervorragend.

Externes Verdauungsorgan Pilz

Die Pilze wiederum sind aufgrund spezieller Enzyme, die den Termiten fehlen, in der Lage schwer verdauliche Holzbestandteile wie Lignin und Zellulose aufzuschließen. Zusammengefasst handelt es sich um eine "Nahrungsverwandlung", sagt Mario Ludwig. Aus unverdaulichem Holz wird eiweiß- und vitaminhaltiges Powerfood.