Sicherheit in Städten ist derzeit ein großes Thema. Mit Pollern hätte der Anschlag in Nizza mit über 84 Toten nicht stattfinden können, sagen Sicherheitsexperten. Für den konkreten Einzelfall mag das stimmen, doch agieren Terroristen unglaublich flexibel. Fakt ist: Eine hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben.

Haben in Nizza einfach nur die Poller gefehlt, um den Anschlag zu verhindern? Nein, sagt der Terrorismusexperte Michael Götschenberg. Er hält es für nutzlos, nach jedem Terroranschlag zu überlegen, was an der einen Stelle geholfen hätte, um einen Anschlag zu verhindern: "Man kann nicht nach jedem Fall irgendwelche Maßnahmen treffen in der Hoffnung, dass das dann beim nächsten Mal wirkt.“

"Terroristen sind leider sehr flexibel und sehr anpassungsfähig. Die werden sich dann beim nächsten Mal eine andere Methode ausdenken.“
Michael Götschenberg, Terrorismusexperte

Das zeigt auch Vergangenheit: Die Muster der Anschläge sind oft neu. Diskussionen über Sicherheitsvorkehrungen, die sich auf konkrete Ereignisse beziehen, erzeugen in seinen Augen nur eine Illusion von Sicherheit.

Was sind wir bereit, zu opfern?

Besonders groß ist die Nervosität bei Großveranstaltungen. Hier sollte jedes Event als Einzelfall bewertet werden und Sicherheitskonzepte maßgeschneidert sein, rät Götschenberg. Taschenkontrollen und Leibesvisitationen helfen bei Veranstaltungen in begrenzten Räumen, so der Terrorismusexperte. Aber: "Wie will man einen Karnevalszug so sichern? Da helfen dann auch keine Poller mehr."

Helfen würde die Aufstockung des Sicherheitspersonals und der Polizei. Darauf wird es auch hinauslaufen, sagt Götschenberg: "Dann müssen wir dafür sorgen, dass die Polizei ihre Ruhezeiten bekommt und sie nicht immer bis zum absoluten Limit gehen und am Ende Erschöpfungszustände haben.“

"Was sind wir bereit, für ein Mehr an Sicherheit zu opfern. Gerade wenn es nicht nur um Personal, sondern auch um die Befugnisse für Polizei und Geheimdienste geht."
Michael Götschenberg, Terrorismusexperte

Letztendlich können wir Städte aber nicht terrorismussicher machen, sagt Götschenberg: "Wir müssen damit Leben, dass es ein gewisses Risiko gibt und das wird auch nicht zu ändern sein.“