Endlich, sagt die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Sie begrüßt, dass islamische Gelehrte in einer Fatwa Stellung beziehen gegen den Terror der IS-Milizen.

Die Terror-Milizen des Islamischen Staat verbreiten weiterhin Angst und Schrecken. Sie morden im Namen Allahs, sagen sie. "Dieser Gewaltexzess hat nichts mit dem Islam zu tun", sagt die Islamwissenschaftlerin und islamische Religionspädagogin Lamya Kaddor.

Imame gegen den Terror

Auch Imame verurteilen deutlich den IS-Terror. Rund 120 islamische Rechtsgelehrte aus Ägypten, Tunesien, Indonesien und anderen Ländern haben eine Fatwa unterzeichnet. Dieses Rechtsgutachten richtet sich gegen den IS und sein brutales Vorgehen.

"Endlich nimmt mal jemand Stellung", sagt Kaddor. Viele Muslime hätten darauf gewartet. Welche Wirkung die Fatwa habe, sei schwierig zu sagen. Aber sie habe durchaus eine Strahlkraft in die islamische Welt hinein.

Hass von beiden Seiten - von Salafisten und Rechtsextremen

In der Fatwa argumentieren die Imame auf der Grundlage des Korans. Der Koran verbietet beispielsweise die Demütigung oder Folter von Menschen, sagt Kaddor. Doch auch der IS nimmt den Koran für sein Handeln in Anspruch. Diese Inanspruchnahme widerlegen die Imame.

Ob sich die Chefideologen des IS und des Salafismus insgesamt von der Fatwa beeindrucken lassen, das bezweifelt Kaddor. Auch sie bekommt die Ablehnung der Salafisten zu spüren. Immer wieder bekommt sie Hassbotschaften. Aber nicht nur von religiösen Fundamentalisten, sondern auch von Rechtsextremisten.