Rund 750.000 Tonnen Textilien landen jedes Jahr in deutschen Altkleidercontainern. Was könnt ihr tun, damit mit eurer ausrangierten Kleidung möglichst noch etwas Gutes passiert?

In Warnemünde läuft im Moment der 6. Internationale Alttextiltag, die zentrale Tagung der Textilrecycling-Branche. Marktkenner schätzen, dass in Deutschland insgesamt etwa 600 bis 800 Millionen Euro Umsatz pro Jahr mit gebrauchten Klamotten gemacht werden. Aber es gibt auch regelmäßig Berichte von dubiosen Machenschaften mit alter Kleidung. Illegale Gruppierungen, die irgendwo Container aufstellen, um mit deren Inhalt Geld zu verdienen.

"Erste Wahl sind Gebraucht-Kaufhäuser oder Kleiderkammern. Aber auch Container sind annehmbar, wenn es sich um gemeinnützige Sammlungen handelt."

Thomas Ahlmann von Fairwertung empfiehlt, sich sehr genau anzuschauen, welche Organisation hinter dem Container steht. Wenn das Zeichen "Fairwertung" zu sehen sei,  sei das schon mal ein guter Hinweis, dass man es mit "den Guten" zu tun habe.

Spezialisierte Sortier-Betriebe 

Die Gebraucht-Kaufhäuser oder Kleiderkammern decken zunächst einmal ihren Bedarf vor Ort, erklärt Ahlmann. Aber auch sie haben Überschüsse, die dann verkauft werden und so in spezialisierte Sortier-Betriebe gelangen.

  • Was noch tragbar ist, wird auf dem internationalen Markt für Second-Hand-Bekleidung angeboten (etwa 55 bis 60 Prozent)
  • Aus Stücken mit Putzlappen-Qualität werden Lappen für die Industrie geschnitten (etwa 30 Prozent)
  • Sachen, die nicht mehr in Ordnung sind, werden zu Malervlies oder Dachpappe verarbeitet
  • Ein kleiner Teil unverwertbarer Abfall bleibt übrig 
"Wir Deutschen sortieren pro Jahr etwa eine Million Tonnen gebrauchter Kleidung aus. Das ist ein Vielfaches von dem, was tatsächlich vor Ort für Bedürftige benötigt wird."
Thomas Ahlmann von "Fairwertung", Netzwerk gemeinnütziger Altkleidersammler

Direkte Lieferungen in Krisen- oder Katastrophengebiete fänden so heute kaum noch statt, sagt Ahlmann. Die Kapazitäten in Flugzeugen würden eher für Maschinen und schweres Gerät genutzt – und die Textilien dann vor Ort gekauft.

Kaum mehr direkte Lieferungen

Wenn die Organisationen die Kleiderspenden weiterverkaufen, erzielen sie Erlöse, die sie dann wiederum für ihre gemeinnützigen Ziele einsetzen können, so Ahlmann.

"Die Organisationen werden nach Kilo-Preisen bezahlt. Je nach Qualität und Logistik-Kosten gibt es da natürlich Unterschiede. Sammeln kostet auch Geld."
Thomas Ahlmann von "Fairwertung", Netzwerk gemeinnütziger Altkleidersammler