Der Religionslehrer Theo Schenkel hat sich gemeinsam mit anderen Angehörigen der katholischen Kirche öffentlich geoutet. Die Reaktionen waren überwiegend gut, sagt er. Ob die Aktion #OutInChurch auch langfristig wirkt, muss sich aber erst noch zeigen.

Es war das größte Coming-out, dass die katholische Kirche bislang erlebt hat. Unter dem Claim "#OutInChurch - Für eine Kirche ohne Angst" haben sich 124 Angehörige der katholischen Kirche geoutet. Mit dabei war der angehende Religions- und Französischlehrer Theo Schenkel, 27 Jahre alt und trans.

Gute Bilanz für #OutInChurch

Bislang hat er nur positive Rückmeldungen bekommen, erzählt er ein paar Tage nach dem großen Schritt. Es habe viel Zuspruch gegeben. Und wenn etwas Negatives gesagt worden sei, dann galt die Kritik dem Verhalten der Kirche.

"Ich bin superglücklich, dass es jetzt endlich an der Öffentlichkeit ist und auch diese Reaktionen ausgelöst hat."
Theo Schenkel, Religionslehrer und #OutInChurch-Teilnehmer

Mit den anderen #OutInChurch-Teilnehmer*innen steht er nach wie vor in regem Austausch. Für viele von ihnen sei es wie ein Wechselbad der Gefühle – aber eben auch erleichternd.

"Bei vielen ist es auch wie ein Dammbruch, weil je nachdem auch eine sehr lange Zeit des Versteckens ein Ende gefunden hat."
Theo Schenkel, Religionslehrer und #OutInChurch-Teilnehmer

Von der Kirche selbst hat Theo persönlich noch keine Reaktion bekommen, erzählt er. Seine Bilanz: Es klinge zwar alles sehr nett, was bisher gesagt worden sei – etwa, dass alle willkommen seien in der Kirche und dass es keine Kündigungen gebe – aber ob sich langfristig was bewegt, sei noch abzuwarten.

"Es ist noch unklar, ob das langfristig auch etwas bewirken wird – ob es auch denen helfen wird, die jetzt neu in diese Berufe starten möchten."
Theo Schenkel, Religionslehrer und #OutInChurch-Teilnehmer

Es geht bei der Aktion ja nicht nur darum, dass die, die mitgemacht haben, ihren Job behalten, erklärt Theo. Ziel ist auch, dass queere Menschen zukünftig Jobs in der katholischen Kirche antreten können und sich nicht verstecken müssen. Er selbst will in der Kirche bleiben, weil er auch viele gute Erfahrungen mit ihr verknüpft – und weil er sie von innen heraus mit ändern will.

"Die Kirche besteht nicht nur aus ihrer Haltung zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Für mich steht Kirche auch für viele persönliche Erfahrungen, die einfach alle sehr positiv waren.“
Theo Schenkel, Religionslehrer und #OutInChurch-Teilnehmer

Im Gespräch mit Rahel Klein berichtet Theo Schenkel noch von weiteren Reaktionen. Außerdem reagiert er auch auf eure Kommentare zu unserem Interview mit Theo am Outing-Tag. Das ganze Gespräch hört ihr, wenn ihr oben auf Play klickt.