Auch manchen Wildtieren machen Hitzewellen zu schaffen. Mit einigen Tricks können wir Igel und Co. dabei helfen, die Sonnenmonate gesund zu überstehen.

Wildtiere müssen im Gegensatz zu Haustieren eigene Methoden entwickeln, um mit Hitze fertigzuwerden. Über Jahre hinweg haben sich in der Natur Mechanismen entwickelt, wie Tiere sich bei Hitzewellen verhalten

Einige Vögel hecheln zum Beispiel die Hitze weg, weil sie nicht schwitzen können. Wildschweine und Rotwild suhlen sich zur Abkühlung im Schlamm. Rehe hingegen gehen frühmorgens auf Wissen und lecken den Morgentau vom Gras ab. Und kleinere Tiere wie Wildbienen versuchen, der Brut über den Flug Luft hinzufächern.

Manchen Arten setzt die Hitze besonders zu

Es gibt aber auch Tiere, denen die klimatischen Veränderungen mehr als anderen zu schaffen machen: Das sind zum Beispiel Fische, sagt Wildtierexperte Derk Ehlert. Grundsätzlich setze die Hitze und das daraus resultierende warme Wasser allen Tieren zu, die im Wasser leben.

"Nicht nur die Fische in der Oder leiden aktuell. Wenn zu heiß wird, ist im Wasser mitunter zu wenig Sauerstoff vorhanden."
Derk Ehlert, Wildtierexperte der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Manchmal treffe es auch Arten, die sonst große Hitze wegstecken können: Dazu zählen auch Vögel, die in oder an Gebäuden brüten. Wenn ihre Jungen im Nest unter Gebäudekanten hausen, kann es leicht zu warm werden.

"In diesem Jahr sind viele Jungvögel aufgrund der Hitze aus ihrem Nest gesprungen. Temperaturen über 60 Grad halten sie nicht aus."
Derk Ehlert, Wildtierexperte der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Zu den leidenden Bewohner*innen an Land, die weder fliegen noch im Wasser leben, gehören die Igel. Zwar würden Igel viel vertragen, sagt Dirk Ehlert "doch durch die Trockenheit kommen sie nicht mehr an Nahrung, Gräser, Rasen und Sträucher sind knochentrocken".

Denn Igel sind reine Fleischfresser. Die Bodenorganismen wie Regegenwürmer, von denen sich der Igel gern ernährt, befinden sich durch Hitze und Trockenheit aber in tieferen Bodenschichten. An die kommt der Igel nicht mehr ran.

Im Kleinen können Menschen dem Igel zum Beispiel helfen: Wer einen Garten hat, sollte beispielsweise das Laub auf der Wiese liegen lassen, rät Dirk Ehlert. Denn jede Laubschicht sorgt dafür, dass der Boden darunter nicht austrocknet. So können Bodenorganismen weiter in den oberen Erdschichten leben und Hummus sammelt sich an.

Tierfreundlicher Balkon

Auch unsere Balkone lassen sich wildtierfreundlich gestalten – gerade für Insekten. Beispielsweise sollten wir keine Geranien pflanzen, stattdessen Wildblumen wachsen- und stehenlassen. Gerade das Stehenlassen hat einen besonderen Effekt: Im Herbst gehen Insekten in die Stauden rein und hinterlassen Larven.