Lange hat es gedauert, bis China sich vom einstigen nationalen Kulturgut der Elfenbeinschnitzerei verabschiedet hat. Seit 2018 aber ist in China der Handel mit Elfenbein verboten. Ein Jahr später zeigt das Verbot in vielen Bereichen Wirkung.

Schmuck und kunstvolle Statuen aus Elfenbein - für all das werden Elefanten getötet und ihnen die Stoßzähne herausgerissen. Lange war der Handel mit Elfenbein in China ganz normal. Es gab registrierte Läden, die offiziell Elfenbein verkaufen durften, erklärt ARD-Korrespondent Axel Dorloff. Das ist jetzt anders. Seit Anfang 2018 ist der Handel verboten. Es gibt es keinen legalen Markt mehr für Elfenbein.

Der Elfenbein-Schwarzmarkt lässt nicht locker

Zwar sind in Online-Portalen, auf Märkten und in Läden ohne Lizenz immer noch Elfenbeinprodukte zu finden. Doch nach Untersuchungen verschiedener Umweltorganisationen sei auch diese Zahl gesunken, so Axel Dorloff. Das Verbot zeige demnach auch Wirkung bei den Handelsstrukturen, die "unter der Hand" funktionieren.

"Online und in Social Media wird immer noch Elfenbein angeboten. Es gibt auch noch Verkaufsläden ohne Lizenz. Aber auch deren Zahl ist gesunken."
Axel Dorloff, ARD-Korrespondent für China

Dass es 2018 zu einem Verbot kommen konnte, hatte einigen Vorlauf. Auch von Seiten der chinesischen Regierung wurde argumentiert, dass Elfebeinkunst eine Jahrtausende alte Tradition sei. Erst 2006 wurde die Elfenbeinschnitzerei zum nationalen Kulturerbe erklärt. Einen Einstellungswechsel habe es erst seit 2015 gegeben, so Axel Dorloff, und zwar unterstützt von höchster Stelle: "Es heißt, dass Staatschef Xi Jinping selbst zum Gegner von Elfenbein geworden ist".

Beschlagtnahmte Kunst aus Elfenbein wird zersägt
© dpa
Geschmuggelte Elfenbeinkunst wird vom chinesischen Zoll zerstört.

Ein Teilverbot, dass den Handel mit bereits bestehender Kunst auf Elfenbein zulasse, sei indessen keine Option gewesen, erklärt der Korrespondent. Zwischen legalen und illegalen Produkten zu unterscheiden, sei kaum möglich. Und es hätte die Nachfrage weiter bedient. Daher die klare Entscheidung für ein komplettes Handelsverbot.

Chinesische Stars gegen Elfenbein

Bereits nach dem Beschluss wurden umfassende Marketingkampagnen gestartet, um auch die Bevölkerung von dem Verbot zu überzeugen. Und die Kampagne mit Prominenten läuft weiter.

"Die Experten waren sich einig: Nur ein grundsätzliches Handelsverbot ergibt Sinn."
Axel Dorloff, ARD-Korrespondent für China

Einer ist der ehemalige Basketballspieler und Sportstar Yao Ming. Auch jetzt ist Peking voll mit Plakaten von ihm und anderen Prominenten. Diese zeigen nicht das Elfenbein, sondern die Promis mit den Tieren. "Die Kampagne ist offenbar sehr erfolgreich", sagt Axel Dorloff. Nach Umfragen unterstützen neun von zehn Befragten in China das Verbot. 

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Zu den Gegnern des Handelsverbotes gehören vor allem jene, die zuvor viel Geld damit verdient haben. Problematisch ist nach vor die Situation im Grenzgebiet zu Vietnam. "Fraglich ist, wie gut die Schmugglerringe funktionieren", so der Korrespondent. Zum einen brüste sich China mit Fahndungserfolgen, zum anderen fehle gerade in der Grenzregion die Kontrolle. Das Problem bleibe: "Solange es eine Nachfrage gibt, wird diese bedient - auch aus China."