Wandernde Tierarten überqueren Grenzen. Viele dieser Tierarten sind von Land zu Land unterschiedlich gut geschützt. Um eine einheitliche gesetzliche Regelung für Staaten weltweit zu erarbeiten, findet aktuell die 13. Vertragsparteienkonferenz der Bonner Konvention statt.

Begeben sich Tiere auf Wanderschaft, interessieren sie Ländergrenzen in der Regel nicht. Die von Menschen gemachten Grenzen können für viele Tierarten dennoch ein Problem werden, wenn sie mit dem Überqueren einer Ländergrenze gleichzeitig ihren Schutz verlieren.

Zum Beispiel werden Zugvögel in Ägypten, Zypern, Malta oder Frankreich teilweise unkontrolliert bejagt oder gewildert. Unter ihnen sind auch Sing- und Wasservögel, die jedes Jahr im Herbst in Richtung Süden ziehen.

Einheitliche Abkommen für internationalen Schutz

Um das Überleben von wandernden Tierarten zu sichern, braucht es daher die Zusammenarbeit aller Staaten weltweit, sagen die Vereinten Nationen (UN). Wie diese für unterschiedliche Tierarten konkret aussehen kann, soll während der 13. Vertragsparteienkonferenz der Bonner Konvention erarbeitet werden, die vom 15. bis 22. Februar 2020 im indischen Gandhinagar stattfindet.

Unter anderem sollen einheitliche, gesetzliche Regelungen festgelegt werden, die sich neben den Ländergrenzen auch der weltweiten Verkehrsinfrastruktur widmen. Schienen und Straßen können für wandernde Tierarten nämlich zur verhängnisvollen Barriere werden, sagt Amy Fraenkel, Exekutivsekretärin des UN-Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten.

"Wandernde Tierarten überqueren Grenzen. Daher brauchen wir internationale Abkommen."
Amy Fraenkel, Exekutivsekretärin des UN-Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten

Schienen und Straßen durchschneiden teilweise Jahrhunderte alte Wanderwege von Antilopen oder Elefanten, so Amy Fraenkel. Die Barrieren hindern Tiere daran, sich auf Reisen zu begeben, die für ihr Überleben essenziell sind. Auf ihren Wanderrouten stoßen die Tiere auf Nahrungsquellen oder finden andere Tiere ihrer Art, um sich fortzupflanzen.

Tiere machen sich gar nicht erst auf überlebenswichtige Wanderroute auf

Zudem verfangen sich Störche, Geier und andere Vögel in tiefgebauten Stromleitungen, die in vielen afrikanischen Ländern noch üblich sind.

"Genau diese Infrastruktur kann verhindern, dass Tiere die Reise unternehmen, die sie dringend bräuchten, um zu überleben."
Amy Fraenkel, Exekutivsekretärin des UN-Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten

Bei der 13. Vertragsparteienkonferenz besprechen die UN-Staaten daher Schutzmaßnahmen für wandernde Tierarten mit Schwerpunkten vom Klimawandel bis hin zur Wasserqualität. 130 Nationen haben die Bonner Konvention unterzeichnet und sich damit verpflichtet, menschliche Aktivitäten, die die Wanderschaft von Tieren und ihren Beständen gefährden, zu minimieren. Was der Schutz der jeweiligen Tierarten genau vorsieht, beschließen die Länder in einzelnen Resolutionen.