Wenn wir nicht aufpassen, gibt es bald keine Kiebitze, Braunkehlchen und Uferschnepfen mehr. Vor allem die Landwirtschaft sorgt dafür, dass den Vögeln die passenden Lebensräume fehlen. Was können wir dagegen tun? 

Auch wer nichts mit Landwirtschaft zu tun hat und in der Stadt lebt, kann Lebensraum für Vögel schaffen. Denn es gibt Vögel, die uns auf dem Balkon besuchen und denen es in der Stadt sogar besser geht, als auf dem Land:  Amsel, Blau- oder Kohlmeise, Spatzen und Stare. "Die Vögel auf eurem Balkon oder im Garten könnt ihr füttern", sagt Markus Frania, Deutschlandfunk-Nova-Reporter. "Und zwar das ganze Jahr."

Zwei Vögel an einer Futterstelle
Treffpunkt Futterstelle: Feldsperling und Blaumeise bedienen sich.

Früher hieß es immer: Nur im Winter füttern oder wenn die Vögel draußen nichts finden. Und es hieß, dass es für Jungvögel schädlich sein könnte, wenn sie von ihren Eltern mit Vogelfutter gefüttert werden. Das gilt mittlerweile aber als widerlegt. Die Vögel haben genug Stress, Nistplätze zu finden und ihre Jungen aufzuziehen. Da können wir ihnen wenigstens bei der Futtersuche helfen.  

"Vor allem die Eltern verbrauchen in der Brutzeit viel Energie und können gut einen Snack vertragen. Wenn sie sich an eine Futterstelle gewöhnt haben, müssen sie nicht mehr lange suchen."
Markus Frania, Deutschlandfunk Nova

Wenn ihr einen Garten habt oder mitbenutzen könnt, dann haltet ihn so natürlich wie möglich. Der Rasen soll nicht wie auf dem Golfplatz aussehen, da dürfen auch Klee und Gänseblümchen wachsen. Ihr solltet auch kein Planzenschutzmittel versprühen. Und Vögel mögen Büsche, in denen sie sich verstecken und nisten können – am besten mit richtig viel Dornen. Dann traut sich auch die Katze nicht ran. 

Bloß kein Brot ins Wasser

Brot ins Wasser werfen, ist auch keine gute Idee, denn das sorgt dafür, dass immer mehr Algen wachsen . Um die zu zersetzen, wird mehr Sauerstoff gebraucht – und irgendwann droht dem Gewässer der Kollaps. Wer trotzdem Enten füttern will – im Tierhandel gibt es Spezialfutter. Und dass legt ihr am besten am Ufer aus, statt es ins Wasser zu streuen. 

"Beim Grillen im Park nicht die Enten mit Resten füttern. Das ist zu salzig und quillt in ihrem Magen auf. Das ist so, als würden wir den ganzen Tag nur Burger futtern."
Markus Frania, Deutschlandfunk Nova Vogelexperte

Stadtparks sind nicht nur für uns eine Wohlfühl-Oase. Im Volkspark Friedrichshain zum Beispiel gibt es Waldkäuze, im Rosensteinpark Stuttgart Zwergtaucher oder verschiedene Spechtarten. In vielen Stadtparks gibt es vogelkundliche Führungen. Ihr könnt aber auch bei der nächsten Grillsession selbst mal hinhören. Wenn ihr den Ghettoblaster kurz ausmacht, könnt ihr sogar Nachtigallen hören.