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Die aktuelle Corona-Politik lässt bei vielen von uns den Frust wachsen. Unser Vertrauen in die Politik sinkt. War das vergangene Jahr noch geprägt von dem Gefühl "Wir gegen das Virus", hat sich das nun geändert. In dieser Ab21-Folge besprechen wir mit einem Intensiv-Pfleger, einer Gastronomin und einem Politikberater, warum viele von uns inzwischen sehr unzufrieden sind.

Am 11. März 2020 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Coronavirus-Pandemie aus. Seitdem ist viel passiert. Anfangs waren viele von uns noch zuversichtlich, dass wir gut durch die Krise geführt werden und diese gemeinsam meistern können. Nach einem Jahr Hin und Her zwischen Lockerungen und (Teil-)Lockdowns, dem schier nie enden wollenden Impfchaos und Ministerpräsidentenkonferenzen, die viele von uns mit mehr Fragen als Antworten zurücklassen, sieht das anders aus. Viele von uns sind genervt von den Entscheidungen – Studien zufolge ist das Vertrauen in die Politik so niedrig wie schon lange nicht mehr.

"Jetzt geht es schon ein Jahr und wir tanzen irgendwie auf der Stelle."
Pflegefachkraft Nils über die aktuellen politischen Entscheidungen

Einer, der sich mehr Struktur und eine klarere Linie im Krisenmanagement der Regierenden gewünscht hätte, ist Intensivpfleger Nils. Er arbeitet auf einer Corona-Intensivstation und hätte sich eine Null-Covid-Strategie (hier könnt ihr mehr dazu lesen) zur Pandemie-Bekämpfung gewünscht, wie er sagt. Im Podcast erzählt er, warum er nicht mehr an Versprechen von Politikerinnen glaubt und was ihn trotzdem motiviert, jeden Tag zur Arbeit zu gehen.

Corona-Politik: Die Stimmung hat sich gewandelt

Johannes Hillje
© Erik Marquadt
Politikberater Johannes Hillje beobachtet den Stimmungswandel.

Noch vor einem Jahr hätten viele von uns gedacht, dass die Politikerinnen und Politiker "schon das Richtige tun würden", erklärt der Politikberater Johannes Hillje. Inzwischen sei aber zu beobachten, dass bei einigen Menschen der Eindruck vorherrsche, dass bei der Bekämpfung der Pandemie nichts getan werde und politische Entscheidungen nicht mehr nachvollziehbar seien. Im Podcast erklärt der Politikberater, woran das liegt.

"Im Moment herrscht der Eindruck, dass gar nichts mehr getan wird und warum nicht gehandelt wird, ist für die Menschen auch nicht mehr nachvollziehbar."
Politikberater Johannes Hillje über das derzeitige Krisenmanagement
Sabine Stephan
© Sabine Stephan
Café-Besitzerin Sabine hat aufgrund der Pandemie seit einem Jahr Existenzangst.

Sabine hat im Jahr 2019 ihr eigenes Café in Schwäbisch Gmünd eröffnet. Doch seit einem Jahr gibt es dort meist nur den Kaffee oder die Frühstücksbox zum Mitnehmen. Die dauernde Existenzangst, die Probleme bei den Auszahlungen von staatlichen Hilfen und die aus ihrer Sicht kaum vorhandene Aussicht auf eine Besserung hätten sie mürbe und kaputt gemacht. Versprechungen von Politikerinnen und Politikern glaube sie deshalb inzwischen nicht mehr, sagt Sabine.

"Mein Vertrauen in die Politik ist definitiv angeknackst."
Café-Besitzerin Sabine über ihr Vertrauen in die Politik

Wie durch die Corona-Politik unser Vertrauen schwindet:

  • In einer Ende März 2021 durchgeführten Umfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen zeigten sich 31 Prozent der Befragten mit dem Corona-Krisenmanagement bezüglich des Einsatzes von Corona-Schnell- und Selbsttests sehr zufrieden oder zufrieden. Am wenigsten zufrieden waren die Befragten im Bezug auf die Corona-Impfungen: Rund 83 Prozent waren damit zum Zeitpunkt der Erhebung weniger oder gar nicht zufrieden.
  • Bei einer im Rahmen des ZDF-Politbarometers durchgeführten Umfrage Ende Februar 2021 sagten 44 Prozent der Befragten, dass sie sich beim Thema Corona am ehesten durch die Politik von CDU/CSU vertreten fühlten. 16 Prozent gaben an, sich von keiner im Bundestag sitzenden Partei bei diesem Thema vertreten zu fühlen.
  • Eine Studie der Universität Erfurt kam im März 2021 zu dem Ergebnis, dass das Vertrauen der Befragten in die Bundes- und Landesregierungen seit November 2020 sinkt und seit Februar 2021 rapide abnimmt. Demnach vertrauten im März 2021 nur 30 Prozent der Befragten dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung. Insgesamt wurde die Regierung dabei als signifikant weniger kompetent, wohlwollend und integer wahrgenommen als noch im Februar 2021.

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  • Ab 21
  • Moderator:  Dominik Schottner
  • Gesprächspartner:  Nils, Pflegefachkraft
  • Gesprächspartner:  Johannes Hillje, Politikberater mit Schwerpunkt Politische Strategie und Krisenkommunikation
  • Gesprächspartnerin:  Sabine Stephan, Besitzerin des Familiencafés "Oh Mother" in Schwäbisch Gmünd