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Hörspielfans haben ihre Leidenschaft vielleicht mit der TKKG-Krimireihe entdeckt, in der vier jugendliche Ermittelnde Fälle lösen. 40 Jahre ist es her, dass die erste Folge veröffentlicht wurde, und noch immer werden neue Folgen produziert. Richtig modern geworden ist das Jugend-Hörspiel aber immer noch nicht, doch die krassesten Stereotype sind rausgeflogen.

Am 31. März 1981 ist die erste Folge der TKKG-Krimihörspielreihe erschienen. Sie basiert ursprünglich auf der Jugendbuchreihe, deren erste Ausgabe 1979 veröffentlicht worden ist. Die Buchreihe wurde 2011 eingestellt. Aber neue Hörspiel-Folgen werden immer noch produziert. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind rund 20 neue Folgen erschienen. TKKG gehört zu den in Deutschland bekanntesten Hörspielen für Kinder und Jugendliche. Aber auch bei jungen Erwachsenen ist die Krimireihe beliebt.

"Am Anfang hat man ganz klar gesehen, dass diejenigen mit Migrationshintergurnd überdurchschnittlich oft von Vornherein ins Fadenkreuz gerieten."
Sebastian Bernhardt, Literaturwissenschaftler an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd

Über die Zeit hat sich die TKKG-Erzählung stark verändert. Die Protagonisten gibt es zwar immer noch, also Tim (Tarzan), Karl, Klößchen und Gaby, doch die Serie hat sich der aktuellen Zeit angepasst – was auch nötig war, sagt Sebastian Bernhardt von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd: "Früher wurde stark über Äußerlichkeiten geurteilt. In Folge Zwei heißt es einmal von Gaby: 'Ihr könnt sagen, was ihr wollt: Der sieht aus wie der typische Kidnapper'."

Andere Beispiele für Stereotype von früher: Ein Wirt aus Italien wurde spontan als Mafia-Mitglied verdächtigt. Wörter wie "Kümmeltürken" oder das Z-Wort sind selbstverständlich gefallen. Und eine Frau ist normalerweise Hausfrau und Mutter.

Vieles war dem Zeitgeist geschuldet

Hörspielproduzentin Heikedine Körting, die die TKKG-Folgen seit 40 Jahren produziert, hat den Autor und TKKG-Erfinder Rolf Kalmuczak immer wieder verteidigt. Der Autor veröffentlichte die Bücher unter dem Pseudonym Stefan Wolf. Vieles in der Serie war dem damaligen Zeitgeist geschuldet. Literaturwissenschaftler Sebastian Bernhardt sagt: "Man kann dem Autoren Kalmuczak aber vorwerfen, dass er nicht ausreichend reflektiert hat und dass diese Werte in TKKG besonders stark eingeschrieben sind."

Konservative Rollenbilder

Seit 2009 schreiben unterschiedliche Autorinnen und Autoren die TKKG-Folgen weiter, und das Gesellschaftsbild ist auch in der Serie moderner und differenzierter geworden. Beim Geschlechterbild ist aber noch Luft nach oben, sagt Sebastian Bernhardt. "Im Grunde genommen sind es die Jungs, die dafür da sind, für Sicherheit zu sorgen. Gabi ist ein bisschen die nette Staffage, die auch häufiger mal für die gute Außenwirkung vorgeschickt wird, aber eigentlich nicht so viel zu melden hat."