Tobias Frey hat in drei Monaten zehn Länder bereist - und sich die dreißig wichtigsten Stadien in Europa angesehen. 

Das schönste Stadion, das sich Journalist Tobias Frey auf seiner Tour durch Europa angesehen hat, ist das Estadio Santiago Bernabéu in Madrid, sagt er. Dieses Stadion mit seiner Luxusausstattung fand er sehr beeindruckend. Er habe sich dort als Zuschauer wie ein König gefühlt. 

"Ein Stadion ist wie ein Kunstwerk. Es ist etwas besonderes, entweder davor zu stehen oder drin zu sein, auch mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen."
Tobias Frey, Journalist
Das Santiago-Bernabeu-Stadion in Madrid.

Mit einer Rolltreppe gelangt der Fußballfan im Stadion von Real Madrid ganz königlich zu seinem Sitzplatz.  Auch nachts bei kühlen Temperaturen muss dort keiner frieren, weil es überall Wärmestrahler gibt. 

Hinter die Kulissen konnte Tobias bei einer Führung blicken. Die riesigen Badelandschaften und Wellnesstempel, die dort beispielsweise einem Cristiano Ronaldo zur Verfügung stehen, haben bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

"Die Umkleide von Real Madrid ist vier oder fünf Mal so groß, wie die von Borussia Dortmund - mindestens."
Tobias Frey, Journalist
Umkleide im Stadion von Real Madrid.
© Tobias Frey
Die "königliche" Umkleide vom Fußballclub Real Madrid.

Die Umkleidekabine von Borussia Dortmund sei im Gegensatz zu der in Mailand sehr spartanisch eingerichtet und erinnere eher die Umkleide in einer gewöhnlichen Turnhalle. Das Stadion des BVB fand Tobias insgesamt sehr schön. Besonders die "gelbe Wand", die Choreographien der BVB-Fans in der Südkurve, hat ihn dort beeindruckt.

"Ich hab auch ein Spiel beim AC Florenz angeguckt. Das Stadion ist einfach altbacken und muss dringend modernisiert werden. Das Problem ist, dass viele Vereine in Italien nicht so viel Geld haben."
Tobias Frey, Journalist

Enttäuschend fand Tobias viele der italienischen Stadien, die zum Teil komplett marode sind, so der Teilzeit-Groundhopper. In manchen Stadien blättere noch der Lack ab, der 1990 für die WM aufgetragen worden wäre. 

Stadion Artemio Franchi
© Tobias Frey
Das Artemio-Franchi-Stadiom in Florenz.

Die Sitzplatzvergabe auf Italienisch ist speziell

Mönchengladbach-Fan Tobias fand die Sitzplatzvergabe in italienischen Stadien übrigens recht ungewöhnlich: Obwohl alle Zuschauer Platzkarten bekommen, setzt sich jeder dorthin, wo er möchte. Problematisch wird das dann, wenn beispielsweise Familien kommen, die gemeinsam sitzen wollen. Dann müssen sich viele Leute umsetzen, manchmal auch mehrere Male, was dann natürlich zu einem gewissen Durcheinander auf den Rängen führt. 

"Die englischen Fans sind verrückt und euphorisch"

Anfield Stadion in Liverpool.
© Tobias Frey
Das Anfield-Stadion in Liverpool.

Mit die beste Stimmung hat Tobias in englischen Stadien erlebt. Dort sitzen die Fans besonders dicht am Feldrand und "geben Vollgas". Aber auch in deutschen Stadien, beispielsweise in Dortmund, herrscht eine gute Stimmung: "Da müssen wir uns hier Deutschland nicht verstecken", meint der Journalist. 

In der Schweiz, in Österreich und auch in Liechtenstein geht es in den Stadien erwartungsgemäß etwas gediegener zu, bestätigt Tobias. Dort sind die Fußballstadien in Einkaufszentren integriert, sodass man sie von außen gar nicht richtig fotografieren kann. 

San Siro Stadion in Mailand
© Tobias Frey
Das San-Siro-Stadion in Mailand

Ein gutes Stadion darf keine Leichtathletik-Laufbahn um das Fußballfeld herum haben, findet Tobias. Als Fan kann man dann nämlich nicht so dicht am Geschehen auf dem Platz dran sein, sagt er. Ein weiteres Kriterium für ein wirklich gutes Stadion sei auch, das mindestens 50.000 Zuschauer hineinpassen. Denn erst bei einer größeren Menschenmenge komme richtig gute Stimmung auf.

Tobias ist auch ein Fan von steilen Tribünen, wie der Südtribüne im Stadion von Borussia Dortmund, in der die Zuschauer ganz eng beieinander stehen.

Old Trafford Stadion in Manchester.
© Tobias Frey
Das Old-Trafford-Stadion in Manchester.

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