Eine Instagram-Kampagne des Bundesverbands Deutscher Bestatter mit bunten Särgen, Promis und Kunst soll den Tod als Thema enttabuisieren und wieder mehr ins Gespräch bringen.

In Deutschland kommen wir immer seltener mit dem Tod in Berührung – ein Umstand, der den Tod unserem Leben immer mehr entrückt, findet Stephan Neuser. Er ist Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter. Mit der Social Media Kampagne "My Coffin" soll deshalb der Tod wieder mehr ins Gespräch gebracht werden – auch bei Menschen, die sich aufgrund ihres Alters noch nicht mit dem Tod auseinandersetzen.

"Statistisch gesehen stirbt alle 17 Jahre jemand im persönlichen Umfeld. Und im Grunde genommen haben wir eigentlich alle verlernt, mit diesem natürlichen Thema auch natürlich umzugehen."
Stephan Neuser, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter

Für die Aktion haben Promis aus der Musik- und Kulturszene zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern ihre persönlichen Särge gestaltet, bunt und sehr individuell. Mit dabei sind unter anderem Moderator Jochen Schropp, die Schriftstellerin Ronja von Rönne und der Rapper MC Fitti. Neben künstlerischen Motiven findet sich auf jedem Sarg auch ein Lebensmotto. Auf dem Sarg von Ronja von Rönne zum Beispiel steht ihr eigenes Zitat: "Wer aufgibt, kann ausschlafen".

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Zu ihrem Post auf Instagram schreiben die Promis auch noch jeweils einen kleinen Text, wie sie sich den Umgang mit ihrem eigenen Tod vorstellen oder wünschen. MC Fitti zum Beispiel hat Bock auf ein buntes Begräbnis mit fresher Musik: "Die Leute sollen einfach feiern. Von mir aus auch mit Bierzelt", so sein Statement zur Aktion.

Individualisierung auch bei Bestattungen

Diese individuell gestalteten Särge entsprechen ganz generell dem Zeitgeist, der sich eben auch bei Bestattungen bemerkbar macht. Die Menschen seien es einfach gewöhnt, individuelle Entscheidungen zu treffen, und das mache auch vor dem Tod keinen Halt, sagt Stephan Neuser.

"Trauerfeiern werden individuell, der Abschied wird individuell. Und insofern ist das einfach ein Ausdruck der Persönlichkeit und der eigenen Individualität. Und dem sollte man keine Grenzen setzen."
Stephan Neuser, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter

Bei der Kampagne geht es laut der Macher nicht darum, teure Luxussärge zu verkaufen. Vielmehr soll der Tod wieder mehr ins Gespräch kommen. Und zwar, bevor nahe Verwandte die Welt verlassen. Kinder und Eltern oder Großeltern sollen ins Gespräch darüber kommen und schon mal abklären, wie sie sich das so vorstellen, wenn sie gestorben sind. Das macht es im Ernstfall auch den Angehörigen leichter, Entscheidungen zu treffen.