Es ist heiß, die Nacht ist klar – perfekte Bedingungen, um sich dieses Himmelsereignis nicht entgehen zu lassen: die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts. 

Den besten Blick auf das Spektakel habt ihr, wenn ihr im Süden Deutschlands wohnt – vorausgesetzt es zieht kein Gewitter vorbei. Oder wenn ihr gerade in Ostafrika oder Südwestasien unterwegs seid. Aber auch mit kleinem Reisebudget habt ihr gute Chancen, euch die totale Mondfinsternis in voller Schönheit anzusehen. Ihr braucht nur einen Ort, der weit entfernt ist von irdischen Lichtquellen und einen freien Blick in Richtung Südosten gewährt, erklärt Wissenschaftsjournalist Michael Büker.

"Jeder Ort in Deutschland kann was davon haben. Im Osten und im Süden hat man ein bisschen bessere Bedingungen."
Michael Büker, Wissenschaftsjournalist

Bei einer totalen Mondfinsternis wird der Mond zwar zunächst vom Schatten der Erde verdunkelt, dann aber leuchtet er kupferrot. Das ist der gleiche Effekt, wie er bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang zu beobachten ist. Denn wenn die Sonne in der Nähe des Horizonts ist, dann muss das Licht einen besonders langen Weg durch die Erdatmosphäre zurücklegen und wird dadurch rot gefärbt, erklärt Michael Büker.

"Würden wir während der Finsternis auf dem Mond stehen und Richtung Erde gucken, sähen wir die ganze Erde gleichzeitig in einen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang getaucht."
Wissenschaftsjournalist Michael Büker ist fasziniert von der totalen Mondfinsternis

Wer sich jetzt einen Wecker stellen möchte, um dieses Himmelsereignis nicht zu verpassen, der sollte so zwischen neun und zehn Uhr den Blick in den Himmel richten. Wer die genaue Uhrzeit des Mondaufgangs in seiner Umgebung wissen möchte, kann das auf entsprechenden Websites in Erfahrung bringen. 

Beeilen muss sich allerdings niemand. Denn weil der Mond gerade relativ weit weg von der Erde ist, sehen wir ihn gerade länger auf seiner Umlaufbahn. Und das führt dazu, dass wir das Himmelsereignis ganze 103 Minuten lang beobachten können. Die nächste Chance auf eine so lange Mondfinsternis gibt es erst am 9. Juni 2123 wieder.

Traumhafter Abend für Astronomen

Zum Zeitpunkt des Mondaufgangs hat die Finsternis zwar schon begonnen, aber sie geht bis gut 23 Uhr, sagt Michael Büker. Und damit sind die Chancen gut, auf jeden Fall was davon mitzubekommen.  

"Für die Ungeduldigen kann man sagen: Schaut zwischen viertel vor elf und viertel nach elf nach dem Mond."
Michael Büker, Wissenschaftsjournalist

Auch der Mars ist gerade sehr deutlich zu sehen. Er steht etwa zwei Handbreit neben dem Mond. Die rötliche Färbung ist vor allem durch ein Fernglas gut zu sehen. Und wer gerade mit dem Fernglas in den Himmel schaut, kann um halb elf Astro-Alex auf der ISS winken.

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Für gute Handyfotos hat Michael Büker übrigens auch noch einen Tipp: Einfach mit der Handykamera durch das Fernglas fotografieren. Mit einer ruhigen Hand und etwas Glück werden das richtig gute Blutmondfotos.

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