Morgen ist wieder Jahrestag: Vor 28 Jahren explodierte der Reaktor 4 des AKW in Tschernobyl. Und Reiseveranstalter schicken Touristen. Jedes Jahr bummeln 10.000 Touristen mit Reiseveranstaltern nach Tschernobyl.

Prypjat ist eine Geisterstadt. Vor der Katastrophe lebten hier im Norden der Ukraine 50.000 Menschen, heute liegt die Einwohnerzahl offiziell bei Null. Nach der Reaktorexplosion von Tschernobyl wurde die Stadt, in der vor allem die Kernkraftmitarbeiter mit ihren Familien lebten, komplett geräumt. Wichtigste Sehenswürdigkeit der toten Stadt ist der Rummelplatz mit Riesenrad und Autoscooter, die nie in Betrieb genommen worden sind. All das können sich Touristen anschauen.

Die Region um Tschernobyl ist wieder Wildnis

Die Journalistin Joana Jäschke hat sich einer der Touristengruppen angeschlossen. "Es ist erstaunlich grün um Tschernobyl herum", sagt Joana, "wenn man die ersten verlassenen Dörfer besucht, fühlt sich das wie eine kleine Safari an." Die Natur hat die Region zurückerobert. Viele Insekten gibt es hier, Joana hat eine wilde Pferdeherde entdeckt. Von der Natur abgesehen ist das alles aber nicht schön. "Diese verlassene Arbeiterstadt Prypjat hat etwas sehr Gruseliges und Bedrückendes".

"Die Touranbieter sagen: Der Trip nach Tschernobyl ist überhaupt nicht gefährlich. Man bekomme nicht mehr Strahlung als beim Röntgen ab. Ich war trotzdem total unruhig und habe die Schuhe weggeschmissen, mit denen ich dort unterwegs war."
Joana Jäschke über ihren Trip nach Tschernobyl