Der Familienvater Mort outet sich in seinen besten Jahren: Er war schon immer auch eine Frau. Als Maura ist Jeffrey Tambor der Star der Amazon-Serie "Transparent". Vor Jahren war Transgender noch ein absolutes Tabu.

"Transparent" erzählt, wie Mort/Maura sich nach und nach gegenüber seinen/ihren Kindern als Frau bekennt und auch beginnt, als Frau zu leben. Damit steht die Serie prototypisch für einen Film-Trend: Transgender, der sich auch in "The Danish Girl" oder "Orange Is The New Black" zeigt. Die Regisseurin Jill Soloway hat es geschafft, das Thema so unterhaltsam umzusetzen, dass "Transparent" fünf Emmys und zwei Golden Globes 2015 erhalten hat. Großen Einfluss hat dabei sicherlich die Tatsache, dass sie selbst die Tochter einer Transfrau ist.

"Wir wollten eine Welt schaffen, in der Trans selbstverständlich dazugehört."
Jill Soloway, Regisseurin "Transparent"

Die Serie ist so überzeugend, dass auch die Transgender-Community begeistert ist wie Leo Yannick Wild von "TransInterQueer", einem Verein für trans- und intergeschlechtlich lebende Menschen.

"Da werden Schwierigkeiten abgebildet, die real sind. Wie leicht fällt es Kindern, die Person, die ihnen als Vater bekannt wurde, als Mutter zu sehen?"
Leo Yannick Wild, "TransInterQueer"

Im Januar 2016 kommt "The Danish Girl" in die deutschen Kinos. Der Film erzählt die Geschichte der Transsexuellen Lili Elbe. Lili war Einar Wegener, ein dänischer Maler, der während seines Studiums die Künstlerin Gerda Gottlieb kennengelernt hat. Die beiden heiraten. Als Gerdas weibliches Modell ausfiel, stellte sich Einar zur Verfügung. Gerda nennt ihr Modell Lili Elbe, das Porträt wird berühmt. Der transsexuelle Einar schlüpft in die Rolle der Lili. Sie wurde mit männlichen als auch weiblichen Organen geboren. 1930 entschließt sie sich als eine der ersten transsexuellen Menschen 1930, einer geschlechtsangleichenden Operation zu unterziehen.

"Dadurch, dass es mehr Transrollen gibt, steigert sich nicht zwingend die Akzeptanz."
Leo Yannick Wild, "TransInterQueer"

Ausgezeichnet und für Preise nominiert ist auch die Netflix-Serie "Orange ist the New Black". Eine Gefängnisserie, in der eine der Insassinnen eine Transfrau ist. In der Serie "Sense8" ist eine der Protagonisten die transsexuelle Hackerin Nomi, die Leo Yannick Wild deshalb besonders gut findet, weil sie nicht aufs Trans-Dasein reduziert sei.

Wenig Akzeptanz für Transsexuelle

Ungefähr eine/r unter 1000 Menschen ist transsexuell, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität. In Deutschland sind es rund 80.000 Menschen. Durch die mediale Präsenz Transgeschlechtlicher steige aber noch lange nicht deren Akzeptanz. Grundsätzliche Fragen müssten geklärt werden, sagt Leo Yannick Wild, wie die Kategorisierung von Transsexualität als psychische Erkrankung im internationalen Krankheitskatalog.

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