Was wir zu uns nehmen, kommt auch wieder zum Vorschein. Über unseren Urin scheiden wir Reste von Schmerzmitteln, Entzündungshemmern oder Psychopharmaka aus. Wir klären, was davon im Trinkwasser übrig bleibt.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden in der gesamten Humanmedizin in Deutschland - privat und in Krankenhäusern - pro Jahr über 8.000 Tonnen Arzneimittel benutzt. Die enthaltenen Wirkstoffe werden zumindest als umweltrelevant bezeichnet - können also Einfluss auf menschliche, tierische oder pflanzliche Organismen haben.

Trinkwasser ist sicher

Insgesamt 1.500 Wirkstoffe werden über Urin ausgeschieden oder einfach in die Abflüsse gekippt. Mehrere tausend Tonnen Antibiotika, Antiparasitika und andere Mittelchen kommen aus der Veterinärmedizin noch hinzu. Wichtig ist zu unterscheiden: Es gibt Abwasser, das in Kläranlagen aufbereitet wird und Trinkwasseraufbereitung. Diese beiden Wege laufen getrennt voneinander ab.

Trinkwasser ist in Deutschland nach wie vor das mit am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt und wird aus Grundwasser, Quellen und Oberflächengewässer wie Seen,Talsperren und Flüssen gewonnen. Vor der Aufbereitung finden sich dort aber Rückstände von Arzneimitteln - allerdings nur punktuell.

"Es gibt aktuell keine einzige Studie, die eine Gefährdung nachweisen kann. Es wird in der Wissenschaft so gesehen, dass eine Gefährdung akut oder auch chronisch nicht besteht."

Ein gutes Bild für die sehr, sehr niedrige Belastung hat DRadio-Wissen-Autor Sabastian Rams: "Wenn Du die 400 Milligramm Wirkstoff, die in einer Kopfschmerztablette stecken über das Leitungswasser aufnehmen willst, müsstest Du um die 200 Millionen Liter Trinkwasser trinken. Das entspricht dem Inhalt von 40 olympischen Schwimmbecken." 

Medikamente gehören nicht ins Klo

Damit die Trinkwasserqualität so gut bleibt, sollten wir verantwortungsbewusst mit Medikamenten umgehen: Nur nehmen wenn nötig und überflüssige Arzneimittel nicht im Klo runterspülen.

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