Zwei lange, trockene Sommer in Folge haben den Boden bis in tiefere Schichten ausgetrocknet. Der viele Regen in den letzten Wochen hilft dem Boden, wieder Feuchtigkeit zu speichern. Doch noch ist der Regen der letzten Wochen nicht in den tiefen Bodenschichten angekommen.

Es regnet in den letzten beiden Wochen besonders stark im Norden, teilweise auch in den Alpen, sagt Martin Jonas. Der Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst erklärt, dass es in den vergangenen vier Wochen deutschlandweit eher gleichmäßig viel geregnet habe.

Feuchter September

In den meisten Regionen sind bis zu 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter heruntergekommen. Damit ist der September im Mittel beispielsweise für Köln relativ feucht ausgefallen. Im Monatsmittel werden dort 60 Liter pro Quadratmeter gemessen, erklärt Martin Jonas.

"Wir haben eine recht feuchte Zeit hinter uns und das wirkt sich auf die Grundwasserspeicher und die Bodenfeuchtigkeitswerte aus."
Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst

Allerdings schränkt Martin Jonas bei der Bodenfeuchtigkeit ein, dass sich bis zu einer Tiefe von 60 Zentimeter zwar die Verhältnisse normalisiert haben, was für die Landwirtschaft gut ist, aber in den tieferen Bodenschichten ist die Bodenfeuchtigkeit noch nicht ausreichend wieder hergestellt.

"Agrarmeteorologische kann man Entwarnung geben: Die Trockenheit kann in Deutschland als beendet angesehen werden."
Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst

Trockenheit in tieferen Bodenschichten nicht ausgeglichen

Zum einen braucht das Wasser lange, um in tiefere Schichten zu versickern. Zum anderen sind durch die beiden äußerst trockenen Sommer 2018 und 2019 diese tieferen Bodenschichten ausgetrocknet. Um dort wieder eine relativ gute Bodenfeuchtigkeit zu erreichen, müsste es sehr hohe Niederschlagsmengen geben.

"Blickt man zu guter Letzt noch auf das Gesamtjahr, so fehlen im Flächenmittel über ganz Deutschland 184 Liter pro Quadratmeter, die bis Jahresende noch fallen müssen, um das Defizit auszugleichen."

Martin Jonas fasst zusammen: Insgesamt ist 2019 zu trocken. In diesem Sommer sind nur 70 Prozent des im langjährigen Mittel zu erwartenden Niederschlags gefallen. Regional liegen die Werte teilweise noch darunter.