Gerade findet die Jagdmesse "Jagd und Hund" in Dortmund statt. Aussteller bieten dort unter anderem auch Trophäenreisen an. Das bedeutet: Jägerinnen und Jäger reisen in ein anderes Land und schießen auf die dort lebenden Tiere.

In den Urlaub fahren und wahlweise eine Giraffe, einen Löwen oder einen Elefanten erlegen: Solche Trophäenreisen werden von verschiedenen Reiseveranstaltern angeboten, unter anderem auch auf der "Jagd und Hund". Das ist die größte Jagdmesse in Europa und findet vom 28. Januar bis 2. Februar 2020 in den Dortmunder Westfalenhallen statt.

Für das Erschießen von Wildtieren bezahlen Jägerinnen und Jäger in Namibia zum Beispiel 1500 Euro für eine Giraffe, 900 Euro für ein Bergzebra oder 50 Euro für einen Schakal. Die Kosten für An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegung müssen die Reisenden zusätzlich zahlen. Obendrauf kommt noch der Rücktransport ihrer Jagdtrophäe nach Deutschland.

Trophäenreisen für den Artenschutz

Die Diskussion um das Thema Trophäenreise ist groß. Es stellt sich zum Beispiel die Frage, wie vertretbar diese sind. Tierschutzorganisationen fordern immer wieder, Anbieter solcher Reisen keine Stände auf den Messen mehr anzubieten. Solche Reisen seien in Ordnung, solange es ein nachhaltiges Jagdsystem gebe, meint dagegen Stephan Wunderlich vom Deutschen Jagdverband. Er ist dort verantwortlich für das Thema Jagd im Ausland und den Artenschutz.

Durch strenge Regulationen würden bedrohte Tierarten nicht in ihren Beständen gefährdet, sagt er. Zudem würde das Wild durch die Jagd an Wert gewinnen. Der Hintergrund: Die lokale Bevölkerung sehe die Tiere dank der Trophäenjagd nicht mehr ausschließlich als Konkurrent um Nahrungsmittel und Weideland an, erklärt Stephan Wunderlich. Wildtiere würden dadurch besser geschützt.

Tierschutzorganisationen gegen Trophäenjagd

Viele Tierschutzorganisationen, wie der WWF, lehnen die Trophäenjagd hingegen ab. Für sie ist das Argument, die Trophäenjagd als Instrument für mehr Naturschutz zu nutzen, nur dann tolerierbar, wenn die Länder strengen Auflagen zum Artenschutz nachkommen.

In diesem Zusammenhang wird oft die Jagd in Namibia als Beispiel aufgeführt. Hier waren die Wildtierbestände in den 1990er Jahren sehr niedrig. Durch das Einführen einer streng regulierten Trophäenjagd, hat sich der Bestand erholt. Regulationen wie Abschussquoten würden in den meisten Fällen aber nicht greifen, wie der WWF berichtet. Oft werden zu viele Tiere geschossen.

Trophäenreisen sollen Artenschutz und Wirtschaft helfen

Neben dem Artenschutz führen viele Befürworter der Trophäenreisen den wirtschaftlichen Gewinn für die lokale Bevölkerung als weiteres Argument an. Stephan Wunderlich vergleicht die Reisen der Jägerinnen und Jäger mit denen von regulären Touristen: Statt Fotos als Urlaubserinnerung mit nach Hause zu nehmen, sei es bei den Jägern eben das Wild. Im Gegenzug würden die Einheimischen vom Fleisch der erlegten Tiere profitieren, Geld mit den Trophäenreisen einnehmen und auch Arbeitsplätze geschaffen. Der WWF hält dagegen: Das Geld aus Jagdreisen komme oft nicht bei der Bevölkerung an.

"Eine Jagdreise ist mit der von Fototouristen vergleichbar: Der Fototourist macht Fotos und der Jäger erlegt dort Wild – im besten Wissen nachhaltig."
Stephan Wunderlich, Deutscher Jagdverband

Bleibt die Frage warum sich in afrikanischen Ländern nicht einheimische Jäger um die Regulierung des Wildbestandes kümmern können. Stephan Wunderlich versichert, dass durch den Jagdtourismus niemanden der Job weggenommen werde. Der Prozentsatz der Tiere, die von Touristen erlegt werde, bewege sich nur im Promillebereich, sagt er.