Felix Zech hatte mit 28 einen Tauchunfall. Das war 2016. Seine Überlebenschancen waren gering. Doch heute kann er wieder sprechen und Marathon für eine Spendenaktion laufen.

"In Singapur haben die Ärzte meiner Familie gesagt, wenn ich überhaupt wieder zu mir komme, dann werde ich nur lebendes Gemüse sein."
Felix Zech über seinen Tauchunfall 2016

Felix Zech studiert 2016 an einer bekannten Business-Uni in Singapur. Das Studium ist hart, aber mit den anderen Studierenden gönnt er sich Partys und besondere Freizeitaktivitäten wie Tauchen. Er steht voll im Leben und jettet als Unternehmensberater um die ganze Welt.

Bei einem Tauchkurs mit Freunden in Malaysia passiert dann der Unfall, von dem bis heute niemand sagen kann, was die Ursache war.

"Da ist es eben passiert und den Rest weiß ich eben nur noch von Erzählungen."
Felix Zech kann sich nicht an den Unfall erinnern

Beim dritten Tauchgang habe sich Felix plötzlich nicht wohlgefühlt und wollte auftauchen. Ohne Tauchpartner kommt er an die Oberfläche und driftet mit dem Gesicht im Wasser. Bis Felix endlich in Singapur behandelt werden kann, dauert es lange. Er liegt im Koma, seine Aussichten sind äußerst schlecht.

Wieder leben lernen

Schließlich wacht Felix in einer Heidelberger Klinik auf. 15 Monate später darf er nach Hause zu seiner Familie, lernt wieder Sprechen und ist geistig fast wieder der Alte. Aber bewegen kann er sich nicht. Vom Hals abwärts. Er ist ständig auf Hilfe angewiesen.

"Aber trotzdem habe ich irgendwie - das kann ich mir nur von oben, von Gott her erklären - so ein gewisses Zufriedenheits- und Glücksgefühl."
Felix Zech kann sich kaum bewegen

Trotz seiner körperlichen Einschränkungen will sich Felix Zech weiter für das Projekt Mary's Meals engagieren, dass er schon vor seinem Unfall unterstützt hat. Dafür sammelt er Spenden, indem er Marathon läuft. Mit dem Geld werden Mahlzeiten für Schulkinder in Kenia finanziert.

Wie Felix Zech Marathon läuft, obwohl er nicht laufen kann, seht ihr auf dem Bild unten.

Felix Zech bei der Lauftherapie
© Felicitas Boeselager

Dem Leben einen Sinn geben

Felix Zech übt an einer Maschine laufen. Dafür wird er in einen Gurt gehängt, während die Maschine seine Beine bewegt. Für ihn ist das sehr anstrengend und schmerzhaft. So schafft er 3,2 Kilometer pro Stunde. Und für jeden Meter, den er schafft, bekommt Felix Zech Geld von Spenderinnen und Spendern. Inzwischen hat er knapp 90.000 Euro gesammelt – und ist stolz auf seine Leistung.

"Ich will andere motivieren und sagen: Schaut mal her, selbst Felix, der Krüppel im Rollstuhl kann das machen, dann reißt euch mal zusammen und engagiert euch auch mal oder gebt wenigstens einen Euro."
Felix Zech über seinen Spendenmarathon für Mary's Meals

Aber es ist auch eine Aktion, die für ihn selbst sinnstiftend ist. Er beschreibt es mehr als ein Gefühl, nicht danach zu fragen, warum sein Leben so ist, sondern wozu es da ist. Für ihn würde sich diese Frage dadurch beantworten, dass viele Kinder durch ihn eine Schulmahlzeit bekommen.

"Es ist nicht nützlich, immer nach dem Warum zu fragen, vielmehr sollte man sich fragen: Wozu? Vielleicht hat sich da schon eine Teilantwort gefunden, indem ich jetzt so unzähligen Kindern ein Jahr lang eine Schulmahlzeit ermöglichen konnte."
Felix Zech über seine Motivation