Fabian Sievers ist Trüffelbauer aus Niedersachsen. Vor sieben Jahren hat er seine Trüffelbäume gepflanzt - und jetzt die erste große Knolle geerntet. "Ich hab's tierisch gefeiert!", sagt er.

Trüffel kommen aus Frankreich, Spanien, Italien - aber auch aus Deutschland. Genauer: Aus Alfeld in Niedersachsen beispielsweise. Trüffelbauer Fabian Sievers (47) hat dort eine eigene Plantage. Vor sieben Jahren hatte er die ersten Trüffelbäume auf seinem Acker gepflanzt. Jetzt hat sein Trüffelhund Woopee die ersten Edelpilze aufgespürt. Unter anderem eine 80 Gramm schwere Knolle hat er ausgebuddelt. Das sei für ihn wie ein "inneres Fest" gewesen, sagt Fabian Sievers. "Ich hab mich wahnsinnig gefreut und wusste nicht so recht, ob ich lachen, weinen oder schreien sollte".

"Die Deutschen haben es vergessen, dass es bei uns Trüffeln gibt!"
Fabian Sievers, Trüffelbauer aus Niedersachsen

Prinzipiell gib es zig unterschiedliche Trüffelarten weltweit, sagt Fabian Sievers. "Unsere wertvollste heimische Art, die wir haben, ist die Burgunder-Trüffel." Sie ist in Deutschland an meisten verbreitet. Und es gebe sie hier schon sehr lange - auch wenn das vielen gar nicht klar sei: "Deutschland war eine Trüffel-Exportnation", sagt Fabian Sievers. Die Landwirte hätten sich etwas dazu verdient, indem sie in den Wäldern mit ihren Schweinen Trüffel ausbuddelten.

"Sie pflanzen Trüffelbäume, und dann heißt es: warten!"
Fabian Sievers, Trüffelbauer aus Niedersachsen

Das Besondere beim Trüffelanbau sei die lange Wartezeit, bis die Knollen wachsen: "Fünf, sechs oder zehn Jahre - keiner kann es vorhersagen", meint Fabian Sievers. Insgesamt stecke Deutschland beim Trüffelanbau noch in den Kinderschuhen: Die ersten Plantagen gehen derzeit in Produktion. Wegen des langen Vorlaufs werde der Trüffelanbau wohl immer ein Nischenprodukt bleiben, meint der Trüffelbauer. Und neben Geduld braucht man für eigene Trüffel noch eines: den richtigen Boden. Kalkhaltig sollte er bestenfalls sein. Die Burgundertrüffel toleriert aber auch andere Böden.

Trüffel in einer Hand
© Fabian Sievers
Geduld ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die angehende Trüffelanbauer mitbringen müssen. Denn es dauert Jahre, bis die ersten Knollen auf der Plantage wachsen.
"50 Cent bis ein Euro pro Gramm - je nach Qualität und Abnahmemenge - ist drin"
Fabian Sievers, Trüffelbauer aus Niedersachsen

Für seine Trüffel bekommt Fabian Sievers gutes Geld: Burgunder-Trüffel steht weltweit an dritter Stelle des kulinarischen Wertes, sagt er. Für ein Gramm kann er bis zu einem Euro verdienen. Gastronomen würden für das Kilo trotzdem nicht 1000 Euro bezahlen, sagt er. Da liege der Preis bei etwa 500 bis 600 Euro.