Panzer, die durch Washington rollen und Eindruck machen - US-Präsident Donald Trump wünscht sich eine Militärparade. Wir haben uns Beispiele aus Frankreich, Russland und Nordkorea angesehen und wissen jetzt, was unbedingt dazugehört und wo es Raum für Kreativität gibt.

Donald Trump hat seiner Sprecherin zufolge eine Militärparade in Auftrag gegeben. Angeblich wünscht sich der US-Präsident eine Feierlichkeit nach französischem Vorbild mit marschierenden Soldaten und Panzern und schwerem militärischen Gerät.

Trump und seine Mitarbeiter könnten sich bei der Konzeption einer solchen Parade an denen orientieren, die es schon gibt. Viel Kreativität bedarf es dabei vermutlich nicht, denn Militärparaden auf der ganzen Welt folgen ähnlichen Mustern.

Die Reihenfolge

Egal, ob Frankreich, Russland oder Nordkorea - die Reihenfolge ist fast immer gleich: Erst marschieren Soldaten, dann kommen leichte Fahrzeuge, wie Jeeps, Transporter und Motorräder und dann alles, was groß, laut und schwer ist: Schützenpanzer, Transportpanzer, Kampfpanzer, Haubitzen, Raketenwerfer oder Raketen.

"Je fetter und einschüchternder das Gerät, desto weiter am Schluss der Parade."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Militärparaden gibt es unter anderem auch in China, Bulgarien und Venezuela.

Das Setting

Alle Länder inszenieren ihre Paraden vor historischen Bauten. In Moskau findet die Parade zum Beispiel auf dem Roten Platz statt, das einen hohen Wiedererkennungswert hat. In Paris fuhr die Parade über die Avenue des Champs-Elysées, in Nordkorea über den zentralen Kim-Il-Sung-Platz in der Hauptstadt Pjöngjang. In Washington wäre mit Capitol oder dem Weißen Haus ähnliches möglich.

Die Unterschiede

Russland inszeniert seine Militärparade mit viel Pathos. Immer wieder schreien tausende Soldaten "Hurra", das Publikum in Moskau ist näher an der eigentlichen Parade dran. In Pjöngjang sind kaum Zuschauer zu erkennen. Auch die Regierungschefs verhalten sich unterschiedlich. Putin hält eine Rede, Kim Jong Un steht und freut sich, Macron redet gar nicht.

Raum für Kreativität

Hubschrauber und Jets werden bei Militärparaden eher selten vorgeführt. Die USA verfügen aber über ein großes Arsenal - das hätte also Potenzial, um Eindruck zu schinden. Auch könnten die Organisatoren der Paraden auf historische Fahrzeuge setzen, was bei dem ein oder anderen Veteranen gut ankommen könnte.

"Und dann ginge auch noch was bei der filmischen Inszenierung! Gopros an Helmen, Kameradrohnen. Man könnte Steven Spielberg einkaufen, der würde sicher was reißen."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

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