Greenpeace hat Details aus den Verhandlungen um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) veröffentlicht. In Deutschland gibt es Proteste gegen TTIP und viele Ängste. Aber was denken eigentlich die Amerikaner über TTIP?

Die Dokumente, die Greenpeace veröffentlicht hat, sind noch keine Endergebnisse. Es geht um Verhandlungspositionen. Seitens der US-Regierung will man nicht sagen, wie viel Wahrheit in den geleakten Dokumenten steckt, sagt die ARD-Korrespondentin Martina Butler. Man zeigt sich entspannt und sogar zuversichtlich, dass die Verhandlungen bald zu einem guten Ende kommen.

"Man gibt sich betont belassen und betont entspannt."
ARD-Korrespondentin Martina Butler über Reaktionen der US-Regierung auf den Leak

Doch auch in den USA gibt es Ängste vor TTIP. Zum Beispiel vor dem Aufweichen der Bankenaufsicht. "Die ist in den USA deutlich strenger geregelt als in Europa", sagt Martina. Die Angst, dass diese strikten Regeln durch TTIP geändert werden, ist groß. Die Finanzkrise in den USA hatte dazu geführt, dass den Banken viel deutlicher und rigoroser auf die Finger geschaut wird. Solch einen Crash wie 2008 will man in den USA nicht noch einmal erleben.

"Die Amerikaner haben eine wahnsinnige Angst davor, dass die Bankenaufsicht durch TTIP aufgeweicht wird. Das ist das amerikanische Chlorhühnchen."
ARD-Korrespondentin Martina Butler über die USA und TTIP

In den USA ist TTIP zwar kein Topthema. Dennoch wird darüber diskutiert. "Die Skepsis wird größer und größer", sagt Martina. Auch weil andere Handelsabkommen, die die USA bereits abgeschlossen hat, zu Kritik führen.

US-Präsident Barack Obama jedenfalls steht weiterhin zu TTIP. Doch ob er das Ganze noch zu einem Abschluss führen kann, ist fraglich. Obama bleiben nur noch wenige Monate. Der Wahlkampf um seine Nachfolge läuft und auch da ist TTIP ein Thema. Donald Trump will das Abkommen nicht unterschreiben, sagt er. Und auch Hillary Clinton geht auf Distanz - vorsichtig zumindest.