Es geht um alles, sagt der niederländische Journalist Rob Savelberg. Die Niederländer wählen ein neues Parlament. Im TV-Duell treten die Hauptkontrahenten Rutte und Wilders gegeneinander an.

Gestern Abend (14. März) gab es im niederländischen Fernsehen ein TV-Duell. Der rechtsliberale Ministerpräsident Mark Rutte und der Rechtspopulist Geert Wilders trafen aufeinander. Zwei Tage vor den Parlamentswahlen in den Niederlanden.

"Es geht heiß her in den Niederlanden einen Tag vor der Wahl", sagt der Journalist Rob Savelberg. "Und möglicherweise haben wir es mit dem holländischen Donald Trump zu tun, also mit Geert Wilders." Der will eine Koranpolizei, dass die Muslime das Land verlassen, den Austritt aus der EU, die Grenzen schließen und anderes.

In den Umfragen liegen Rutte und Wilders gleich auf

"Wilders hat sich fast aggressiv verhalten", sagt Savelberg. Rutte habe sich eher präsidial gezeigt. Er nannte Wilders einen Wegläufer. Denn Wilders hat in der Vergangenheit eine Minderheitenkoalition gestürzt, so Savelberg.

Falls Wilders gewinnt, dann befürchtet der Journalist große Verwerfungen. "Alles, was wir in den vergangenen 70 Jahren in den Niederlanden und in Europa erlebt haben, würde sich neu entwickeln."

Bei einer Demonstration für Frauenrechte am 11. März 2017 hält in Amsterdam eine Frau ein Schild in die Luft, darauf steht "no immigration, no good food".
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Demonstrieren gegen die Diskriminierung von Menschen. Der Rechtspopulist Geert Wilders will am liebsten, dass alle Muslime die Niederlande verlassen, wenn er gewinnt.

Es gibt noch mehr Parteien in den Niederlanden als die rechtsliberale VVD von Rutte oder die rechtspopulistische Freiheitspartei von Wilders. Die Sozialdemokraten und die Christdemokraten jedoch haben an Bedeutung verloren, sagt Savelberg. Die Grünen könnten noch punkten. Zur Wahl stehen auch eine Partei, die sich gezielt an Rentner richtet und eine, die die türkische Minderheit anspricht. Savelberg nimmt eine Zersplitterung der Parteienlandschaft wahr.

Wer das TV-Duell gewonnen hat, kann Savelberg nicht sagen. Beide, Wilders und Rutte, seien gut aus der Debatte hervorgegangen. Das zeigen auch die Umfragen. Bei der Wahl am Mittwoch (15. März) wird sich zeigen, was die Niederländer wollen.