"Der erste Fall ist leider ein Abziehbild vieler Klischees", sagt François Werner vom Blog tatort-fundus.de über den neuen Dresden-Tatort. Immerhin: Der Tatortexperte sieht Entwicklungspotenzial für die nächsten Folgen.

Zwei Kommissarinnen ermitteln ab 6. März 2016 im neuen Sachsen-Tatort aus Dresden. Auch wenn der Chef ein Mann ist: Es ist das erste reine Frauenermittlerteam in der Tatortgeschichte! Und was machen die Macher daraus? Leider nicht so richtig viel, findet Tatortexperte François Werner vom Blog tatort-fundus.de, der den neuen Dresden-Tatort schon gesehen hat.

Viele Klischees

Denn die Schauspielerinnen Karin Hanczewski und Alwara Höfels spielen nicht nur Kommissarinnen, sondern auch: eine alleinerziehende Mutter und eine Frau, die sich ein Kind wünscht - und die biologische Uhr schon ziemlich laut ticken hört. Das ist so klischeemäßig wie es klingt, sagt François Werner: "Ich finde diesen Film wirklich ein Abziehbild vieler Klischees."

"Das Ganze beginnt mit dem Sachsenlied - mir ist fast schlecht geworden in der ersten Szene."

Auch der Fall bemüht viele Klischees, erzählt der Tatort-Experte: Ein Schlagermusikant wird ermordet - viel Mühe bei der Darstellung der Schlagerszene hätten sich die Macher dabei nicht gegeben: "So richtig das Neue ist es nicht - eher ein 08/15-Fall."

"Ein massentauglicher Tatort, der mit unterhaltenden und humorvollen Einlagen weitermachen wird."

Immerhin ist der erste Tatort aus Dresden laut François Werners unterhaltsam und amüsant - so wie es sich für den Autor gehört, der für das Drehbuch verantwortlich ist: Ralf Husmann, der auch hinter "Stromberg" steckt. Kein großer Wurf, aber massentauglich und humorvoll, urteilt Francois Werner. Der Tatort-Blogger wird sich auch den nächsten Fall der Reihe anschauen, denn er sieht Entwicklungspotenzial: "Man sieht, dass die Kommissarinnen sehr gut zusammenarbeiten. Das macht schon neugierig auf die Fortsetzung des Ganzen."