Narendra Modi, neuer Premierminister Indiens, tut es, Barack Obama auch - sie twittern. Auch bei der Europawahl wurde von den Politikern im Vorfeld heftigst getwittert: SPD-Kandidat Martin Schulz und sein Wahlkampfteam war mit 216 Tweets Spitzenreiter. Dem Unternehmen Twitter gefällt das natürlich sehr gut.

Narendra Modi, der neue Premierminister Indiens, ist ein aggressiver Twitternutzer. Er hat über vier Millionen Follower. Sein Gegenkandidat Rahul Gandhi hatte auf Social Media im Wahlkampf weitestgehend verzichtet. Modi hat die Wahlen mit einem klaren Sieg gewonnen - sicherlich nicht allein wegen Twitter.

Doch der Twitter-Direktor des indischen Marktes sagt, man wolle die Lektionen aus der indischen Wahl nun in die ganze Welt tragen. Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländer, in denen Twitter von Politikern noch nicht so stark genutzt wird. Zum Beispiel in Indonesien, wo im Juli Präsidentschaftswahlen sind oder in Brasilien, wo im Oktober gewählt wird.

Twitter will auch bei den Wahlen in Brasilien punkten

Twitter hat seine Top-Strategen nach Brasilien geschickt, um den Senatoren, die dort für den Bundessenat antreten, die Möglichkeiten von Social Media nahe zu bringen. Die Politiker sind laut Twitter vor allem an der Video-App Vine interessiert. Eine Anwendung, mit der sich Sechssekundenvideos produzieren und verbreiten lassen.

Aber auch in den USA, wo die Nutzung sozialer Netzwerke eigentlich schon gesättigt ist, will Twitter noch punkten. Dort sucht das Unternehmen nach Partnern, um das in Indien eingesetzte "Tweet to remember"-Feature umzusetzen. Dieses ermöglicht Usern, das Wahldatum automatisch im Kalender ihres Smartphones zu speichern.