Das Zwitschern im Walde bekommt ab nächster Woche eine andere Bedeutung, denn dann fängt eine Kiefer in Brandenburg an, zu twittern. Doch was will uns der Baum eigentlich sagen? Und wie macht er das?

Die Welt wird immer vernetzter und jetzt geht auch der Wald online. Über sieben Bäume twittern bereits in Europa: sechs Bäume in Belgien, einer in den Niederlanden und bald auch eine Kiefer in Brandenburg. Aber was will uns der Baum sagen? “Vor allem, wie es ihm geht“, sagt Andreas Bolte vom Thünen-Institut für Waldökosysteme aus Eberswalde, das Teil ist des europäischen Projektes "Twittering Trees".

Bäume twittern ihren Gesundheitszustand

Regelmäßig teilt der Baum auf Twitter Informationen zum Beispiel über seinen Wassertransport:

"Der Wassertransport sagt eine Menge darüber aus, wie es dem Baum geht, ob er unter Stress gerät, beispielsweise durch Trockenheit, oder ob er gut wachsen kann"
Andreas Bolte, Thünen-Institut für Waldökosysteme

Um den Wasserstrom zu messen, werden Sonden in das Holz und damit in das Wasserleitsystem der Bäume versenkt. Ein weiterer Sensor misst das Umfangswachstum. "Wachstum und Wasserstrom im Baum ermöglichen uns eine schnelle und zeitnahe Diagnose", so der Forscher. Diese Daten werden über WLAN auch direkt ins Netz gestellt.

Die Daten über den Wasserfluss oder die Verdunstung liefern den Forschern wichtige Erkenntnisse darüber, wie Bäume und der Wald zum Beispiel auf die zunehmende Hitze und Trockenheit durch den Klimawandel reagieren. "Twittering Trees" dient daher auch als eine Art Frühwarnsystem, sagt Andreas Bolte: "Wir hoffen, dass in ein paar Jahren sich das Netz über ganz Europa erstreckt und wir dann die jeweiligen typischen Baumarten in den Regionen auch untersuchen und vergleichen können, wer am besten mit der Trockenheit zurechtkommt."