Wir werfen jedes Jahr so viel Essen weg wie drei Zementsäcke wiegen. Zeit, sich Gedanken zu machen, wie wir das reduzieren können.

Jeder Deutsche wirft durchschnittlich pro Jahr 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Oder umgerechnet: 235 Euro. Oder: Jedes achte Lebensmittel. Das ist aus finanzieller und ökologischer Sicht Schwachsinn, und Länder wie Frankreich haben deshalb zum Beispiel ein Gesetz erlassen, dass Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen. Stattdessen müssen sie jetzt unverdorbenes Essen spenden oder als Tiernahrung zur Verfügung stellen. Immerhin.

Jeder von uns hat Möglichkeiten, den Müllberg aus Lebensmitteln zu verkleinern. Zum Beispiel mit Einkaufslisten-Apps. Mehrere Personen können sich damit eine Einkaufsliste teilen und markieren, was sie schon eingekauft haben. So kauft keiner was doppelt. Weitere Tipps hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zusammengestellt.

"Großer Aufreger ist ja auch immer das Mindesthaltbarkeitsdatum. Ich persönlich esse auch noch Joghurt, der ein paar Wochen über der Zeit ist."
Sonja Meschkat, DRadio Wissen

Was doch mal übrig bleibt und niemand mehr braucht, generell aber noch verzehrbar ist, kann in 24-Stunden-Kühlschränken deponiert werden. "Fairteiler" heißen die, die der Verein Foodsharing aufgestellt hat.

Jeder, der will, darf überschüssige Lebensmittel anbieten oder mitnehmen. 350 Kühlschränke gibt es schon in ganz Deutschland. Nach eigenen Angaben hat Foodsharing schon 3.320.886 Kilo an Lebensmitteln gerettet.

Fairteiler vor dem Aus?

In Berlin allerdings steht der Fairteiler vielleicht vor dem Aus. Die Behörden haben Bedenken wegen mangelnder Hygiene. Nach ihren Plänen sollen die Betreiber als Lebensmittelunternehmer eingestuft werden. Dann müssten die Kühlschränke in Geschäftsräumen stehen und von einer einzigen Person befüllt und kontrolliert werden.