Weltweit werden immer mehr öffentliche Überwachungskameras eingesetzt. Berlin schafft es auf Platz 19 der bestüberwachten Städte. Wohl uneinholbar weit vorne liegen allerdings acht chinesische Städte und London.

Unter den Städten mit den meisten öffentlichen Überwachungskameras ist Berlin auf Platz 19. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des britischen Technikportals Comparitech. Die Verfasserinnen und Verfasser haben versucht die Zahl öffentlicher Kameras in Großstädten weltweit erfassen.

Berücksichtigt wurden also Kameras von Polizei, Militär oder Verwaltungen, die Gebäude oder öffentliche Plätze überwachen. Dabei hat das Team auf Hochrechnungen zurückgegriffen, Polizei- und Regierungsberichte und journalistische Quellen ausgewertet.

"Auf tausend Leute in Berlin kommen umgerechnet 11 Kameras. Oder umgekehrt ausgedrückt: Ungefähr 90 Leute auf eine Kamera."
Kathrin Sielker, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Allein die Berliner Verkehrsbetriebe beobachten ihre Fahrgäste mit rund 16.000 Kameras. Insgesamt sollen es knapp 40.000 Kameras sein. Auf tausend Menschen in Berlin kommen umgerechnet 11 Kameras. Die Zahl der privaten Überwachungssysteme ist bei der Untersuchung unberücksichtigt geblieben.

Deutlich wird, dass es die meisten öffentlichen Überwachungskameras in China gibt. Die Liste wird von fünf chinesischen Städten angeführt. Chongqing, Shenzhen, Shanghai, Tianjin und Ji'nan.

Trend zu mehr Überwachung

Unter den 50 Städten mit den meisten öffentlichen Überwachungskameras sind allerdings auch viele europäische Metropolen: London, Moskau, Berlin, Warschau, Wien, Petersburg, Madrid, Budapest und weitere.

Insgesamt nimmt die öffentliche Videoüberwachung weltweit zu. In China geht das Team von einer Wachstumsrate von jährlich 20 Prozent aus. Insgesamt kommen die Autorinnen und Autoren der Untersuchung zu dem Ergebnis, dass verstärkte Videoüberwachung und nicht mit einem größeren Sicherheitsgefühl der Menschen vor Ort einhergeht.

"Die Live-Videoüberwachung nimmt weltweit zu. Ob mehr Kameras an einem Ort dort zu weniger Straftaten führen oder sich die Leute da sicherer fühlen? Das scheint nicht der Fall zu sein."
Kathrin Sielker, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion