Ein deutscher Adliger, der im 18. Jahrhundert aufseiten der Russen gegen das Osmanische Reich kämpft. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland findet er seine wahre Bestimmung: Geschichten zu erzählen, die es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nehmen.

Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen wird am 11. Mai 1720 in Bodenwerder im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg geboren. Den Gewohnheiten eines Adelsgeschlechts am Beginn des 18. Jahrhunderts folgend, geht er mit 13 Jahren als Page an den Hof des Herzogs von Braunschweig-Wolfenbüttel, um anschließend nach Russland überzusiedeln.

Dort folgt er seinem Herrn in den russisch-österreichischen Türkenkrieg, bei dem es zwischen 1736 und 1739 gegen das Osmanische Reich um die Herrschaft über das Schwarze Meer und den Balkan ging.

Münchhausen kämpft aufseiten der russischen Truppen, wird schnell befördert und steht als Leutnant am Beginn einer glänzenden militärischen Karriere. Kurz darauf aber wendet sich das Blatt.

Nach dem Tod der Zarin Anna Iwanowna im Oktober 1740 gerät er aufs Abstellgleis. Er verbringt noch einige Jahre in Russland, bevor er 1750 nach Deutschland zurückkehrt und als wohlhabender Edelmann ein geselliges Leben führt.

Der zweifelhafte Ruhm des "Lügenbarons"

Nun entdeckt Münchhausen seine Begabung, Geschichte zu erzählen. Unzählige Abende verbringt er damit, Freunden und Bekannten Anekdoten und Geschichten zur allgemeinen Erheiterung zu erzählen.

Bekannt werden seine Lügengeschichten, nachdem einer der Zuhörer in Geldnöte geraten ist und 1785 in London die Anekdoten und Reiseabenteuer des Barons von Münchhausen veröffentlicht.

Das Buch wird zum Kassenschlager, erlebt mehrere Auflagen und Fortsetzungen der Geschichten. Baron von Münchhausen ist über den zweifelhaften Ruhm eines "Lügenbarons" verärgert, weil er ihn der Lächerlichkeit preisgibt.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Claudia Erler leitet das Münchhausen-Museum in Bodenwerder und berichtet über den wahren Münchhausen und wie es zu den Lügengeschichten gekommen ist.
  • Lars-Broder Keil hat sich mit Gerüchten und Falschmeldungen des 20. und 21. Jahrhunderts beschäftigt und berichtet über Fake News, die Geschichte gemacht haben.
  • Der Schweizer Kommunikationswissenschaftler Stephan Ruß-Mohl erläutert, wie Menschen mit Lüge und Wahrheit umgehen.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erinnert an einige historische Lügengeschichten und Fake News.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Krinner interviewt den Mann, der als "Lügenbaron" Geschichte gemacht hat.