Eine Informantin hat Journalisten der US-Website The Intercept NSA-Dokumente zugeschickt, die sie zuvor mit einem Farbdrucker ausgedruckt hatte. Das war ein Fehler, denn mit den Ausdrucken ließ sich die Spur zur ihr zurückverfolgen.

Die Journalisten der Nachrichtenseite The Intercept legten die zugespielten Dokumente der Nationalen Sicherheitsbehörde NSA zur Verifizierung vor – ein ganz normaler Vorgang. Doch was weder Informantin noch Journalisten wussten: Jede mit Farbe bedruckte Seite lässt sich zurückverfolgen.

Kleiner, gelber Code

Alle Farbdrucker hinterlassen auf dem Papier eine Art Code. Das sind kleine, gelbe Punkte, die mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind. Bei den NSA-Dokumenten befinden sich die Punkte oben links in der Ecke des Papiers. Je nach Anordnung der Punkte lässt sich daraus die Seriennummer, Zeitpunkt des Ausdrucks und andere Daten des Druckers ablesen. Im Falle der Informantin war klar, wann und wo sie die Seiten ausgedruckt hat. Aus einem Kreis der Verdächtigen war sie dann leicht zu identifizieren.

Alter Trick gegen Geldfälscher

Dass die Farbdrucker Codes hinterlassen, ist seit 2004 bekannt, als darüber ein Artikel in PCWorld erschien. Angeblich haben die Hersteller auf Druck von Regierungen diesen Code installiert. Die Süddeutsche Zeitung vermutet, dass die Codierung aus den 90er Jahren stammt, als gegen Geldfälscher vorgegangen wurde. 2014 hat die Bundesregierung bestätigt, dass es diese gelben Punkte gibt und das BKA und die Bundespolizei diese Codes auswerten.

Wer nicht zurückverfolgt werden will, sollte schwarz-weiß drucken. Dann ist es schwierig bis unmöglich die Spur zurückzuverfolgen. Ein anderer Trick: Ränder abschneiden, wo die Punkte aufgedruckt sind.