In den 60er Jahren wurde im Victoriasee in Uganda der Nilbarsch ausgesetzt. Er vermehrte sich stark und verdrängte andere Fischarten. Umweltorganisationen haben jahrelang abgeraten ihn zu verzehren. Mittlerweile scheint das Ökosystem wieder im Gleichgewicht zu sein.

Der Victoriasee grenzt an Tansania, Kenia und Uganda und damit auch an das Land, in das wir euch im Rahmen unserer Tapfertypen-Aktion schicken. In den 60er Jahren wurde der Nilbarsch, auch bekannt unter dem Namen Victoriabarsch, im Victoriasee ausgesetzt. Der Nilbarsch kann locker 200 Kilo schwer werden, hat weißes Fleisch und ist eine gute Eiweißquelle, damit eignet er sich gut für den Export. Allerdings hat der Victoriabarsch für viel Trouble im Victoriasee gesorgt. Er ist ein verfressener Raubfisch, der die heimischen Barsche verdrängt hat.

Ein Fisch und seine Folgen

Der Film "Darwin's Nightmare" von Hubert Sauper dokumentiert die ökologischen und ökonomischen Folgen, die das Aussetzen des Victoriabarschs mit sich gebracht hat.

Wenn Victoriabarsch, dann aus nachhaltiger Fischzucht

Jahrelang stand der Victoriabarsch auf roten Listen, von seinem Verzehr wurde abgeraten - unter anderem wegen der Arbeitsbedingungen der Fischer, aber auch, weil während des Völkermords zehntausende Leichen im See trieben und die Vermutung bestand, die Fische würden sich davon ernähren.

Inzwischen wird er in vielen Fischratgebern aber gar nicht mehr berücksichtigt. Der Grund dafür: Fischratgeber berücksichtigen nur Wildfänge und Fische aus Aquakultur. Da gehört der Victoriabarsch als künstlich eingesetzter Fisch laut Greenpeace nicht dazu.

Mittlerweile ist klar: Der Victoriabarsch gehört zum Victoriasee. Die anderen Fischarten haben sich mit seiner Existenz arrangiert und die Fischerei ist abhängig von ihm. Mehrere 100.000 Menschen leben in der Region vom Fischfang. Mittlerweile gilt der Victoriabarsch sogar als überfischt, weil zu viele Jungfische illegal gefangen werden. Der WWF empfiehlt darum nur noch Victoriabarsch aus nachhaltiger Fischzucht zu verzehren.