Olga ist aus Donezk geflohen und lebt jetzt in Kiew. Ihre Familie ist zurückgeblieben. Olga ist jeden Tag dankbar, wenn die Oma sagt, dass alle noch leben.

Olga sagt, die letzte Woche war stressig und deprimierend, weil die Stadt jeden Tag bombardiert wurde.Die Bomben landen nicht nur neben Krankenhäusern und Schulen, die Olga kennt, sondern auch in der Nachbarschaft ihrer Familie. Ihre Mutter, Geschwister und die Oma leben noch in Donezk. Die Lebensumstände dort sind momentan sehr schwierig - kein Strom, kein Wasser. Olga ist nach Kiew umgezogen, weil sie dort hofft, Arbeit zu finden.

Die Oma lenkt immer schnell vom Thema ab

Olga erzählt: "Wir hatten ein Haus neben dem Flughafen, das jetzt nicht mehr existiert." Jeden Morgen steht sie auf und ruft ihre Oma an. Die sagt dann: "Olga, mach dir keine Sorgen, wir sind am Leben. Dann lenkt sie schnell ab und fragt: Hast Du einen Freund gefunden?"

"Jetzt verstehe, was Frieden heißt."
Olga, die aus Donezk nach Kiew geflohen ist

Wenn sie von anderen Leuten gefragt wird: Für welche Seite bist Du? Dann antwortet sie: "Ich bin Ukrainerin, ich bin in der Ukraine geboren, was für eine dumme Frage!" Über die Zukunft kann sie sich gerade keine großen Gedanken machen. Sie sagt, sie weiß, dass sie genug Geld hat, um im Februar die Miete zu bezahlen. Sie ist jeden Tag dankbar, wenn ihre Familie noch lebt und wenn sie was zu essen hat.