Für 42 Monate verknackte der Richter den Steuersünder Uli Hoeneß. Nun ist er schon nach 21 Monaten Haft wieder auf freiem Fuß. Der Anwalt Gregor Gysi erklärt: Alles in Ordnung damit.

Er war der Boss bei den Bayern. Doch dann stolperte der ehemalige Präsident vom FC Bayern München Uli Hoeneß über seine Steuerhinterziehung. Mehr als 28 Millionen Euro hatte er hinterzogen. Die Fahnder kamen ihm auf die Schliche, Hoeneß zeigte sich selbst an und wurde verurteilt: 42 Monate Gefängnis. Nun hat das Landgericht entschieden: Die Hälfte seiner Haftstrafe wird ihm zur Bewährung ausgesetzt. Nun darf er wieder alles machen was er will - außer straffällig werden natürlich.

Stichwort: Promibonus. Kommt Uli Hoeneß nur aus dem Gefängnis, weil er eben der große Bayern-München-Chef war? Wir fragen Gregor Gysi, der ist nicht nur Linken-Politiker, sondern auch Anwalt. Vor allem aber steht er nicht im Verdacht, zimperlich mit Menschen umzugehen, nur weil sie prominent sind.

Eine Ausnahme

"Das ist schon eine Ausnahme", beurteilt Gysi die frühe Entlassung von Hoeneß. "Normalerweise passiert das erst nach zwei Dritteln der Strafe, gelegentlich auch gar nicht." Aber: Es kommt durchaus vor. Wenn der Insasse seine Taten bereut und ein Rückfall in die Kriminalität nicht zu befürchten ist.

"Als Hoeneß seine Tat begangen hat, war Steuerhinterziehung unter Reichen üblich. Man galt als doof, wenn man seine Steuern gezahlt hat."
Gregor Gysi über Steuerhinterziehung

Durch Hoeneß' Entwicklung sei die frühzeitige Entlassung durchaus gerechtfertigt, sagt Gysi: "Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe den Eindruck, dass sich Herr Hoeneß geändert hat. Er hat auf weitere Rechtsmittel verzichtet, er wollte keine Revision, hat seine Strafe angenommen. Rückfällig dürfte er auch nicht mehr werden.

Außergewöhnlich. Aber gerechtfertigt.

Gysi zieht sein Fazit: Ja, die frühzeitige Entlassung ist außergewöhnlich. Aber: Auch ohne bekannten Namen hätte ein Gericht in diesem Fall für ihn entschieden.