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Fledermäuse können ihre Beute per Ultraschall gezielt aufspüren – auch bei Nacht. Besonders begehrtes Futter der Fledertiere sind Nachtfalter. Die wiederum haben akustische Tricks entwickelt, um die Fledermaus in die Irre zu führen.

Sie sind schnell, wendig und können sich mithilfe von Ultraschall orientieren: Fledermäuse scheinen die perfekten Jäger der Nacht zu sein.

Trifft eine ihrer Ultraschallwellen zum Beispiel auf ein Beutetier, wird sie von dem Tier reflektiert und die Fledermaus weiß, wie weit entfernt die Beute von ihr ist.

Feldermaus-Ultraschall hören und abwenden

Zur Beute der Fledermaus gehören vor allem Nachtfalter. Viele Arten dieser Schmetterlinge haben im Laufe der Evolution eigene Schutzmechanismen gegen die Ultraschallortung ihres Fressfeindes entwickelt. Sie hören nämlich besser hin: US-Zoologe Jesse R. Barber von der Boise State University schätzt, dass mehr als die Hälfte aller rund 140.000 Nachtfalterarten mittlerweile die Schallwellen der Fledermäuse hören können.

Manche der Nachtfalter haben noch weitere Techniken entwickelt. Der Bärenspinner zum Beispiel hat gelernt, wie die Fledermaus selbst Ultraschalltöne zu produzieren. Und diese stören die Echoortung der Fledermaus.

"Diese Ultraschalllaute des Bärenspinners bilden ein regelrechtes Störfeuer, das die Echoortung der Fledermäuse überfordert: Die Fledermäuse können die Position des Bärenspinners nicht mehr exakt bestimmen und verpassen sie – zumindest meistens."
Mario Ludwig, Biologe

Spüren Bärenspinner die Ultraschallwellen der Fledermaus, können sie dieser über die Ultraschalllaute auch signalisieren, dass sie giftig sind und sich als Nahrung eher nicht lohnen. Tatsächlich speichern Bärenspinner nämlich Pflanzengifte in ihrem Körper ab. Deshalb haben sie in der Regel auch nur unerfahrene Fledermäuse als Beute im Blick, erklärt Biologe Mario Ludwig.

Ultraschallwellen aufsaugen

Neben diesen akustischen Signalen setzen andere Nachtfalterarten auf eine akustische Unsichtbarkeit. Die Kohlbaum-Kaisermotten, die in Afrika vorkommen, können die Ultraschallwellen der Fledermäuse beispielsweise absorbieren. Das machen sie mit einer speziellen Schuppenstruktur auf ihren Flügeln, wodurch die Schallwellen der Fledermaus nicht zurückgeworfen werden. Die Motte ist für sie dadurch also nicht mehr hörbar.

Eine Fledermausart gibt es dann aber doch noch, die für die Abwehrmechanismen der Nachtfalter weniger empfänglich ist. Die Mopsfledermaus hat ein Ultraschallradar, mit dem sie zehnmal so leise unterwegs ist wie ihre Artgenossinnen. Zumal ihre Rufe umso leiser werden, je näher sie an ihrer Beute ist. Für Schutzmechanismen ist es dann zu spät.