Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands hat ihre Parteizentrale in Gelsenkirchen und stellt auf ihrem Gelände dort jetzt eine Lenin-Statue auf. Dass der umstrittene Kommunist auf diese Art gewürdigt wird, führt zu Diskussionen.

Sie will eine Diskussion anstoßen, sagt die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD). Das hat die Partei, die Marx, Engels, Lenin und Mao Zedong als ihre Leitbilder nennt, als linksextremistische Organisation gilt und vom Verfassungsschutz beobachtet wird, ganz offensichtlich geschafft.

Auf dem Gelände ihrer Parteizentrale hat die MLDP eine Lenin-Statue aufgestellt, die am Samstag (20.06.2020) enthüllt werden soll. Gerade jetzt, zu einer Zeit, in der viele über eine gerechtere Gesellschaft nachdenken, will die Partei so ein Zeichen setzen, sagt Anna Vöhringer, Vorsitzende der MLPD-Jugendorganisation "Rebell".

"Da ist eine große Debatte, wie dieser 'system change' aussehen soll. Und der Lenin hat bewiesen, dass man den Sozialismus in einem Land aufbauen kann, und dass das erfolgreich möglich ist."
Anna Vöhringer, Vorsitzende der MLPD-Jugendorganisation "Rebell"

Bis in die 90er Jahre stand die Lenin-Statue in der tschechischen Stadt Horovice. Dort ist sie 1957 eingeweiht worden. Jetzt steht sie in Gelsenkirchen. Die Stadtverwaltung wollte dagegen vorgehen. Sie hat geklagt und dabei mit Denkmalschutz argumentiert. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat aber in zweiter Instanz entschieden, dass die Statue vor der Parteizentrale aufgestellt werden darf.

Begründung des Gerichts: Die Statue steht auf dem Grundbesitz der MLPD und damit nicht im öffentlichen Raum. Auch die Denkmalschutzgründe greifen demnach in diesem Fall nicht, weil die Statue nur gut zwei Meter hoch ist.

Brutale Verfolgung von Andersdenkenden

Zusammen mit den Bolschewiki hat der Kommunist Wladimir Iljitsch Lenin nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in Russland eine "Diktatur des Proletariats" aufgebaut. Unter Lenins Führung begann der "Rote Terror" und die brutale Verfolgung Andersdenkender in der Sowjetunion. Sie sollte Jahrzehnte andauern.
Die Stadtverwaltung Gelsenkirchen setzt sich deshalb auch unter dem Hashtag #keinplatzfuerlenin für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Denkmal ein.