Gas strömt aus und keiner tut was dagegen. In Kalifornien, in der Nähe von Los Angeles leckt seit Monaten ein Gasspeicher. Wir haben uns gefragt, warum eigentlich niemand die Leitung zu dreht.

Das Gas kommt aus einem unterirdischen Speicher, der die Region Los Angeles versorgt. "Die Betreiberfirma der Anlage in Porta Ranch schafft es nicht das Loch zu verschließen", erklärt Anneke Schaefer aus den Wissensnachrichten. "Das könnte wohl noch einige Monate dauern, heißt es." Das Gasfeld liegt 2400 Meter tief unter der Erde. Der Druck ist deshalb sehr hoch, weshalb weiter tonnenweise Methangas ausströmt. Weil flicken nicht geht, versucht die Firma einen Entlastungsschacht zu bohren.

"Das Sicherheitsventil an diesem Schacht wurde Ende der 70er Jahre abgebaut, weil es kaputt war. Weil es aber dort auch nicht vorgeschrieben war, wurde keins mehr eingebaut."
Anneke Schaefer, DRadio Wissen

Aber wieso kann das Gas nicht einfach abgedreht werden, so wie an Gasflaschen oder Pipelines? Das liegt daran, dass es kein Ventil mehr gibt, erklärt Anneke Schaefer. Als das eigentliche Sicherheitsventil in den 70ern kaputt war, hat die Betreiberfirma kein Neues mehr eingebaut. Musste sie auch nicht: Abseits von Orten oder einer Straße war gar keins vorgeschrieben.

Gewundert hat sich darüber auch Gene Maddaus von der LA Weekly. Er sagt die Sicherheitsvorkehrungen sind wirklich ziemlich gering: "Nur hin und wieder muss der Druck kontrolliert werden." Jetzt hat der Gouverneur aber doch den Notstand ausgerufen und strengere Sicherheitsvorkehrungen angeordnet.

Methan bis zu 30 Mal schädlicher als CO2

Das ausströmende Methan erhöht nicht nur die Treibhausbilanz der Region immens - es ist 20 bis 30 Mal schädlicher als CO2 - sondern macht auch die Anwohner krank. Genauer gesagt: sein Geruch. Denn damit wir Methan überhaupt bemerken - zum Beispiel am Campingkocher - wird dem sonst geruchlosen Gas ein penetranter Gestank beigesetzt. Diese Duftstoffe verursachen anscheinend Kopfschmerzen, Nasenbluten und Übelkeit. Betroffene Anwohner wollen deshalb weg aus Porta Ranch. Im Moment übernimmt die Gas-Firma auch die Hotelkosten.