Kaffee ist das beliebteste Getränk in Deutschland. Dafür muss tonnenweise Kaffe importiert werden. Das ist nicht gut fürs Klima. Aber es gibt Alternativen, die auch schmecken.

Im Schnitt trinkt jede Deutsche und jeder Deutsche 168 Liter Kaffee pro Jahr. Dafür müssen 1,1 Millionen Tonnen Rohkaffee importiert werden. Dieser kommt aus den Anbaugebieten wie Costa Rica, Äthiopien oder Guatemala.

Beim Kaffeetransport und in der Produktion entstehen Treibhausgase. Um diese aus Klimaschutzgründen einzusparen, sollten wir auf Alternativen zu dem koffeinhaltigen Heißgetränk umsteigen. Auch kommen die Kaffeeplanzen schlecht mit dem Klimawandel zurecht. In den nächsten 30 Jahren wird die Anbaufläche schätzungsweise um die Hälfte zurückgehen.

Tatsächlich gibt es regionale Kaffee-Alternativen: Angefangen bei Eichel- und Esskastanien über Dinkel bis Rogen zu Gerste oder Mais reicht die Pallette bis hin zu Malzkaffee. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Sebastian Sonntag hat die ein oder andere Variante getestet.

"Was auch gut schmecken soll ist Lupinenkaffee oder Kaffee aus Löwenzahnwurzeln."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Kaffee aus dem Labor

Geschmacklich kommen die Alternativen Kaffee recht nahe, meint Sebastian. Allerdings fehlt das Koffein. Als Alternativen zum Wachwerden bleiben noch Tee oder mit Koffein versetzter Kakao. Nur haben sie einen ähnlich langen Transportweg wie Kaffee.

In den USA ist die Alternative Atomo Coffee entwickelt worden. "Das ist ein Cold Brew – also kalter Kaffee aus der Dose", sagt Sebastian. Hergestellt wird der Atomo Coffee aus recycelten pflanzlichen Abfallprodukten wie Dattelsamen gemischt mit Chicorée-Wurzeln und Traubenschalen.

93 Prozent weniger CO2

Das Gemisch durchläuft einen chemischen Prozess und wird am Ende mit Ballaststoffen, Aromen und Koffein vermischt. Das Ergebnis soll Kaffee wohl recht ähnlich schmecken. Laut den Herstellenden werden 93 Prozent weniger CO2 als bei herkömmlichem Kaffee emittiert und 94 Prozent weniger Wasser verbraucht.

Problem an Atomo-Kaffee: Er ist kalt. Deshalb hat sich Unternehmensgründerin Maricel Saenz gefragt, was denn den Kaffee zum Kaffee gemacht. Sie stammt aus einer Kaffeeanbauregion in Costa Rica und fühlt sich dem Kaffee sehr verbunden.

Mikroben-Kaffee

Ihr Unternehmen Compound Foods forscht an dem Kaffeegeschmack, der im Grunde eine chemische Verbindung sei. Wie kann dieser Geschmack ohne Pflanzen erreicht werden? Wie beim echten Kaffee spielt Fermentierung eine wichtige Rolle. Dafür züchten sie Mikroben, die sie gezielt dem Geschmack anpassen können. Angeboten werden soll das Ganze am Ende als Pulver, das wie gemahlener Kaffee aufgebrüht werden kann. Inklusive Koffein.

Kaffee aus dem Bioreaktor

Auch Forschende in Finnland arbeiten an Kaffee-Alternativen. Sie züchten Pflanzenzellen in einem Bioreaktor. Auch daraus entsteht ein Pulver, das wie Kaffee geröstet wird. Das Ergebnis soll ähnlich wie Kaffee schmecken. Geschmack und Koffeingehalt sollen sich im Entstehungsprozess gezielt steuern lassen. Noch ist alles in der Entwicklung und bis dieser Kaffee in den Regalen landet, werden noch ein paar Jahre vergehen.