Die Luft ist reiner und die Flüsse sind sauberer – ist die Corona-Pandemie etwa gut für die Umwelt? Das sei nur ein temporärer Effekt, sagt Clara Mayer von Fridays for Future.

Die Corona-Pandemie hat das öffentliche Leben deutlich eingeschränkt. Das haben auch die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future zu spüren bekommen, wenn es darum ging, sich gegen den Klimawandel zu engagieren.

Sowohl bei der Pandemie als auch beim Klima handele es sich um globale Gerechtigkeitskrisen, sagt Clara Mayer, die sich bei Fridays for Future beteiligt. Beide Krisen könnten nur gelöst werden, wenn die sozialen Ungerechtigkeiten beseitigt werden. Während es sich die Politik einerseits zur Aufgabe gemacht habe, die Pandemie zu bekämpfen, werde andererseits die Klimakrise ignoriert, sagt sie.

"Das heißt, zum ersten Mal konnten wir uns darum kümmern: Was wollen wir zu den Bundestagswahlen machen? Wo wollen wir in einem Jahr sein? Wie wollen wir diese Bewegung strukturieren?"
Clara Mayer, Fridays for Future

Einen positiven Punkt kann die Fridays-for-Future-Aktivistin den Einschränkungen durch die Pandemie schon abgewinnen: Dadurch, dass freitags keine Demonstrationen mehr stattfinden konnten, hatten die Mitglieder von Fridays for Future die Zeit, sich grundlegende Gedanken zu ihrer Bewegung zu machen und auch langfristiger zu planen.

Bundestagswahl 2021: Stark machen für eine "Klimawahl"

Clara Mayer fordert, dass jede Partei sich zur Klimakrise positioniert. Sie kennt viele Menschen, die die Grünen als "Klimapartei" verstehen. Das sieht Clara allerdings ein wenig anders. Denn bis vor Kurzem hatten die Grünen das Klimaziel von 1,5-Grad nicht in ihrem Parteiprogramm. Dieses Ziel besagt, dass die menschengemachte Erderwärmung durch entsprechende Maßnahmen auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden soll.

Von der Vorstellung, dass nur eine Partei sich mit der Klimakrise befassen muss, möchte Clara auch wegkommen. Denn die Klimakrise könne nur gelöst werden, wenn wir viele anderen soziale Probleme mit dem Klimawandel in Verbindung setzen und eine ganzheitlichere Lösung finden.

"Was viele Menschen momentan nicht sehen, ist, dass diese Pandemie auch für die Klimakrise echt dramatisch war."
Clara Mayer, Fridays for Future

Drei Dinge, die jeder selbst gegen die Klimakrise unternehmen kann

Clara Mayer wünscht sich, dass jeder selbst Verantwortung für das Klima übernimmt und aktiv wird. Sie empfiehlt drei Strategien, die jeder selbst umsetzen kann:

  1. Menschen aus dem eigenen Umfeld über den Klimawandel aufklären
  2. Sich selbst lokal einsetzen
  3. Nicht darauf warten, dass die Parteien die Klimakrise für uns lösen, sondern Abgeordnete direkt nach ihren Lösungsansätzen fragen und auf Grundlage dessen bei der Bundestagswahl abstimmen