Es ist eine unvorstellbar große Zahl: Mindestens 300.000 Haie sollen in Ecuador getötet worden sein, allein um ihre Flossen, die als Delikatesse gelten, nach Asien zu schmuggeln.

Die Staatsanwaltschaft der Provinz Manabí hat am 27. Mai 2015 noch bekannt gegeben, dass 100.000 Flossen in der Hafenstadt Manta beschlagnahmt wurden. Bereits einen Tag später spricht der ecuadorianische Innenminster José Serrano Salgado von 200.000 Flossen. Die Behörden gehen davon aus, dass die Täter mindestens 300.000 Haie getötet haben, um die Flossen zu nach Asien zu schmuggeln. Damit handele es sich um eines der schwersten Umweltverbrechen Ecuadors. Offiziell ist die Jagd auf Haie in Ecuador verboten.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem organisierten Verbrechen aus. Tatverdächtige wurden bei der Razzia festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, gegen Umweltschutz- und Wildtierschutzgesetze verstoßen zu haben. Unter den Festgenommenen ist auch ein Chinese. Nach Angaben der Behörden sollten die Flossen nach Asien verschifft werden, wo Haifischflossen - besonders in China - als Delikatesse gelten. In China werde Haifischflosse traditionell bei Hochzeiten serviert. Chinesen zahlen bis zu 100 Dollar für ein Kilo Flosse. Der Marktwert der konfiszierten Ware liegt laut Staatsanwaltschaft bei 1,4 Millionen Euro.

Weltweit gibt es etwas 500 Haiarten, davon ist knapp ein Viertel bedroht und einige kurz vorm Aussterben. Laut Tierschutzorganisation Pew Charitable werden rund 100 Millionen Haie für den Handel gefangen.

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