Bis zu zehn Mal schwerer als die Erde soll er sein, der angebliche neunte Planet in unserem Sonnensystem. Die einen glauben fest daran, dass es ihn gibt – irgendetwas da draußen zieht andere Objekte an, sagen sie. Kritiker zweifeln die Hypothese an. Und wieder andere überlegen, ob wir es auch mit einem schwarzen Loch zu tun haben könnten.

Der Streit um Planet Neun hat so ein bisschen was von Seifenoper, findet der Astrophysiker Michael Büker. Auf der einen Seite ist da der Pluto-Killer – so nennt der Astronomie-Professor Mike Brown sich selbst. Er brüstet sich damit, dass seine Entdeckungen dazu geführt haben, dass Pluto 2006 vom Planeten zum Zwergplaneten herabgesetzt wurde.

Mike Brown ist auch derjenige, der die Hypothese eines neunten Planeten in unserem Sonnensystem ins Spiel gebracht hat. Er sagt: Es gibt weit da draußen einige kleine Körper mit seltsamen Umlaufbahnen. Und das wertet er als Hinweis darauf, dass es dort einen Planeten geben muss, der diese Bahnen eben beeinflusst, erklärt Michael Büker.

"Was man beobachtet, ist, wie dieser hypothetische Planet mit seiner Schwerkraft auf die Umgebung wirkt."
Michael Büker, Astrophysiker

Michael Büker vergleicht das mit einem hungrigen Strandspaziergänger: Auf der Suche nach Essen guckt der in weiter Ferne den Strand rauf und runter. Wenn er dann irgendwo eine Menschentraube entdeckt, schließt er daraus, dass da eine Fischbrötchen-Bude sein könnte, die die Menschen anzieht.

Neue Kritik an Planet-9-These

Doch an der These mit der Fischbrötchen-Bude gibt es auch Kritik: So wie die Menschenansammlung am Strand nur Zufall oder eine optische Täuschung sein könnte, so kann auch die Beobachtung der beeinflussten Himmelskörper falsch sein. Und genau das kritisiert Browns jüngster Gegenspieler in der Astro-Seifenoper:

Laut dem Physiker Kevin Napier von der University of Michigan kommt es schlicht drauf an, wo man hinschaut. Kevin Napier hat noch andere Gruppen kleiner Körper weit draußen im Sonnensystem beobachtet, erklärt Michael Büker. Seine These: Umlaufbahnen sehen immer so komisch aus, wenn man nur in eine bestimmte Richtung guckt.

Tatsächlich gebe es auch noch andere in der Astronomie, die meinen, dass Mike Brown eher eine große Welle macht, aber gar nicht so aussagekräftige Daten hat, sagt Michael Büker. Er selbst ist allerdings der Ansicht, dass Browns Untersuchungen schon Hand und Fuß haben.

Größer als die Erde, kleiner als Neptun und Uranus

Mike Brown sagt übrigens nicht nur, dass es Planet Nine gibt, sondern auch, wie er wohl aussieht. Seinen Berechnungen zufolge ist er bis zu zehn mal so schwer wie die Erde, damit aber immer noch nur ein bis zwei Drittel so groß wie die Eisreisen Uranus und Neptun.

Hier in unserem Sonnensystem kennen wir keinen vergleichbaren Planeten, so Michael Büker. Nummer Neun, wenn es ihn den gibt, könnte ein Gesteinsplanet, aber auch ein Gasriese sein. Manche überlegen sogar, ob es ein schwarzes Loch sein könnte. Das allerdings ist eher weit hergeholt, meint Michael Büker.

Neues Teleskop könnte Klarheit bringen

Bald geht übrigens ein neues Teleskop in Chile an den Start, ergänzt der Astrophysiker, benannt nach der Astronomin Vera Cooper Rubin. Wenn das mehr Daten liefert, wissen wir vielleicht bald, wer im Streit um Planet Neun Recht hat.