Frauen sind auf Tampons oder Binden angewiesen. Ausgerechnet die sind aber hoch besteuert. Mit 19 Prozent, genau wie Champagner oder ein neues Auto. Widerstand gegen dieses Missverhältnis kommt aus Österreich. 

Gegen die hohe Besteuerung von Monatshygieneartikeln regt sich jetzt organisierter Widerstand. Zumindest in Österreich haben die Macher von #aufstehn jetzt eine Petition an den Start gebracht. Die Kampagnenorganisation sammelt Stimmen für einen Appell an den österreichischen Finanzminister Jörg Schelling. Der lautet: "Runter mit der Tampon-Steuer!"

"Als Frau habe ich gar keine andere Wahl, ich muss Monatshygieneprodukte kaufen. Für Frauen mit einem geringen Einkommen ist die finanzielle Belastung groß."

In Österreich gehen beim Kauf von Monatshygieneartikel zwanzig Prozent direkt an den Finanzminister. Es handelt sich um eine Steuer nur für Frauen. Denn während beide Geschlechter frei entscheiden können, ob sie sich ein Glas Champagner gönnen oder das neue Auto kaufen, haben Frauen bei ihrer Periode keine Wahl.

Tamponsteuer in Deutschland

In Deutschland werden Tampons und ähnliche Produkte mit neunzehn Prozent Mehrwertsteuer - dem hohen Steuersatz - belegt. Und dass, obwohl es für so genannte "notwendige Produkte" in Deutschland extra einen verminderten Steuersatz von sieben Prozent gibt. Der gilt für Milch, Kaffee und Schokolade. Für Damenhygieneartikel nicht.

4500 Euro für Tampons, plus Schmerzmittel 8000 Euro

Die Macher von Erdbeerwoche haben die Gesamtkosten für Frauen mal überschlagen: Bei 40 Jahren Periode, mit drei bis sieben Tagen pro Monat, geht es um rund 3000 Tage. In dieser Zeit verbraucht eine Frau 10.000 bis 17.000 Tampons oder Binden. Die kosten in Österreich zwischen 2500 und 4500 Euro - plus Schmerzmittel sogar 8000 Euro.

"Diese Steuer trifft nur Frauen und schafft ein Ungleichgewicht."

Die Steuersätze in Österreich und Deutschland liegen nur einen Prozentpunkt auseinander. Da die Produkte ähnlich teuer sind, sind die Zahlen relativ gut auf Deutschland übertragbar, sagt DRadio-Wissen-Autor Sebastian Rams.

Mehr dazu: