Es ist ein fantastisches Jahr für Schädlinge und für Kammerjäger. Für alle anderen ist es nicht so fantastisch: Das Ungeziefer hat gerade seine Lieblingszeit.

Berlin hat es erwischt. Es krabbelt in der Küche, im Bett, die Kammerjäger sind im Dauereinsatz. Teilweise müssen die Berliner wochenlang warten, bis sie einen Termin beim Schädlingsbekämpfer bekommen. Der August ist für die Kakerlaken-Killer der stärkste Monat.

"Die Insekten kommen beim Endverbraucher jetzt buchstäblich aus allen Löchern."
Andreas Beckmann, Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband

Schuld ist der Sommer: Durch den Entwicklungszyklus sind die Insekten jetzt im August in ihrer Hochzeit. "Die Ameisen fangen an zu schwärmen, Wespennester sind so groß, dass sie anfangen, lästig zu werden, und die Motten wollen sich für die nächste Generation startklar machen", erklärt Andreas Beckmann, der Geschäftsführer vom Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband.

Keine Kakerlaken bei euch zu Hause

Zu Hause, in unseren eigenen vier Wänden, bekommen wir es am ehesten mit Fliegen zu tun, in Städten und in der Nähe von Hotels und Herbergen kann es Probleme mit Bettwanzen geben. Von Kakerlaken bleiben wir zumindest privat aber eher verschont. "Das ist ein Schädling, den ich eher in der Futterverwertung und Lebensmittelherstellung habe", sagt Beckmann.

Bettwanzen mögen Koffer und Flughäfen

Es gibt zurzeit etwa zehn Ballungsräume, die besonders mit Ungeziefer zu kämpfen haben: Großstädte und Hafenstädte wie Bremen und Hamburg, auch das Ruhrgebiet ist betroffen. Und in der Nähe von internationalen Flughäfen taucht das Bettwanzenproblem besonders häufig auf.

"Wir sind in Deutschland noch nicht in einem Bereich, wo wir uns an jeder Ecke Bettwanzen einfangen."
Andreas Beckmann, Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband

Offizielle Zahlen gibt es nicht, aber voriges Jahr hat Beckmanns Branche etwa 600 Millionen Euro Umsatz gemacht. Das Business boomt also. Auf der anderen Seite mangelt es ihm aber auch an qualifiziertem Personal. Die Schädlingsbekämpfer haben Nachwuchssorgen und mit einem eher schlechten Image zu kämpfen.