Für die meisten von uns ist Unkraut das, was wir aus den Fugen kratzen, aus Blumentöpfen rupfen und eigentlich überhaupt nicht im Garten sehen wollen. Ganz anders sieht das Jutta Langheineken. Die Gärtnerin und Buchautorin rät dazu, das Gewächs zu essen, statt zu vernichten und hat auch gleich einen Menüvorschlag.

"Unkraut ist eine Pflanze, die zur falschen Zeit am falschen Ort wächst", sagt Jutta Langheineken. Aber was überhaupt ist Unkraut? Eine schwierige Frage. Ursprünglich galt auch die Sonnenblume als Unkraut, das eingeschleppt wurde.

Was den Gärtner vor allem stört, sind Pflanzen, die sich wüst ausbreiten. Heutzutage werden Gärten immer perfektionistischer geführt und alles, was zählt, ist die Ordnung im Beet, sagt Jutta Langheineken. Sie rät zu einem lässigeren Umgang mit den Überraschungsgästen im Beet:

"Von vielem was wir aus dem Beet rauszupfen, können wir auch einen ganz tollen Nutzen haben, zum Beispiel essen oder einen Tee machen."
Jutta Langheineken, Gärtnerin und Buchautorin

Auf das Unkraut gekommen ist Jutta Langheineken während ihrer Tätigkeit als Gärtnerin in einer Bio-Gärtnerei, in der jedes Unkraut mit der Hand gezupft wird.

"Unkraut ist günstig, man findet es fast überall und es ist teilweise viel gesünder als das Gemüse im Supermarkt."
Jutta Langheineken, Gärtnerin und Buchautorin

Der Salat aus dem Gewächshaus habe zwar viel grün aber wenig Vitamine. Frisch, umsonst und genauso lecker ist beispielsweise Sauerampfer oder Brennnessel, so die Expertin.

Brennnessel und Löwenzahn sind der perfekte Einstieg

Wer Unkraut sammeln möchte, sollte abseits von großen Verkehrsstraßen oder Hundewiesen suchen. Für den Anfang empfiehlt die Unkraut-Expertin sich einen Ratgeber zu besorgen, der die verschiedenen, essbaren Pflanzen auflistet. Grundsätzlich gilt, es sollten nur die Pflanzen gesammelt werden, die man eindeutig identifizieren kann.

Das Unkrautmenü

Extra für das heutige Gespräch hat sich Jutta Langheineken für uns ein Menü einfallen lassen:

  • Vorspeise: Sauerampfersuppe und/oder Salat aus Löwenzahn, Knoblauchrauke und Spitzwegerich
  • Hauptspeise: Nudeln mit Brennnessel-Giersch-Pesto
  • Dessert: Frittierte Gundermanblätter oder ein Eis garniert mit honigsüßen Gundermannblüten

Guten Appetit!